ArchivDeutsches Ärzteblatt15/2000Schutzimpfungen im Erwachsenenalter: Schlusswort

MEDIZIN: Diskussion

Schutzimpfungen im Erwachsenenalter: Schlusswort

Dtsch Arztebl 2000; 97(15): A-1006 / B-857 / C-778

Stremmel, Wolfgang

Zu dem Beitrag von Dr. med. Christina Jochims Prof. Dr. med. Wolfgang Stremmel in Heft 39/1999
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LNSLNS Die Problematik der Schutzimpfungen ist von Herrn Kollegen Ziegler treffend beschrieben worden. Obwohl Pflichtimpfungen bei Fernreisen in tropische Länder meist ohne Fragen akzeptiert werden, ist die hier empfohlene Schutzimpfung im eigenen Land wenig gefragt. Wieviele Menschen hätten in diesem Winter von einer rechtzeitig durchgeführten Grippeimpfung profitiert! Jeder, der eine Hepatitis A durchgemacht hat, oder an einer chronischen Hepatitis B mit ihren Folgekomplikationen der Zirrhose leidet, hätte sie mit einer rechtzeitigen und harmlosen Impfung vermeiden können. Fehlender Impfschutz gegen Tetanus, Diphtherie oder Poliomyelitis kann uns in der Zukunft große medizinische Probleme bereiten. Krankheitsbilder, die heute als besiegt gelten (aufgrund früher durchgeführter Impfkampagnen), können wieder auftreten, große Teile der Bevölkerung betreffen, Todesfälle bedingen und das Gesundheitssystem viel Geld kosten. Ärzte haben deshalb die Verpflichtung, auf Impfungen zu drängen. Pflichtimpfungen, die mit nebenwirkungsarmen Impfstoffen durchgeführt werden können, sollten zum Schutz unserer Bevölkerung wieder eingeführt werden. Natürlich muss man dazu auch die Ärzteschaft auf Möglichkeiten und Nutzen der Impfung hinweisen, Fortbildungen dazu anbieten und im Medizinstudium dieser präventiven Medizin mehr Raum und Gewicht geben. Ganz besonders könnten zur Verbreitung der allgemeinen Schutzimpfung unsere Gesundheitsämter beitragen.


Prof. Dr. med. Wolfgang Stremmel
Abteilung Innere Medizin IV
Medizinische Klinik
Klinikum der Ruprecht-KarlsUniversität Heidelberg
Bergheimer Straße 58
69115 Heidelberg

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