ArchivDeutsches Ärzteblatt22-23/2022Caput medusae nach Langstreckenreise
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Ein 33-jähriger Mann stellte sich mit schmerzhaften und geschwollenen Beinen in unserer Angiologie vor. Die Verdachtsdiagnose lautete: Beinvenenthrombose nach einer 20-stündigen Heimfahrt aus Südeuropa. Anamnestisch waren ähnliche Symptome nach selbiger Reise vor 11 Jahren aufgetreten. In der Duplexuntersuchung zeigten sich eine frische Thrombose mit älteren Anteilen im rechten Bein und eine frische Becken- und Beinvenenthrombose links. Klinisch imponierte der in der Abbildung dargestellte Befund. Hierbei handelt es sich um einen ausgeprägten venösen Kollateralkreislauf (schwarze Pfeile). Die Umgehungskreisläufe verlaufen ventral und dorsal und zeigen einen hohen venösen Fluss im Farbduplex. Die Vena Cava inferior ist aplastisch und thrombosiert. Die Computertomografie visualisiert das gesamte Ausmaß der Umgehungskreisläufe. Es handelt sich um einen chronischen Verschluss, der bisher gut über die mächtigen Kollateralen kompensiert worden war. Die Thrombophiliediagnostik ergab eine verminderte Protein-S-Aktivität (Aktivität < 10 %, Norm: 72–133 %), sodass der Patient mit einem Vitamin K-Antagonist behandelt wurde.

Venöser Kollateralkreislauf
Abbildung
Venöser Kollateralkreislauf

Yannik Steinbrecher, Dr. med. Thuy Yen Vy Tran, PD Dr. med. habil. Joerg Herold, Klinik für Gefäßmedizin – Angiologie, Klinikum Darmstadt, joerg.herold@mail.klinikum-darmstadt.de

Interessenkonflikt: Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Zitierweise: Steinbrecher Y, Tran TYV, Herold J: Caput medusae after a long-distance journey. Dtsch Arztebl Int 2022; 119: 399. DOI: 10.3238/arztebl.m2022.0116

►Vergrößerte Abbildung und englische Übersetzung unter: www.aerzteblatt.de

Venöser Kollateralkreislauf
Abbildung
Venöser Kollateralkreislauf

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