ArchivDeutsches Ärzteblatt30/1996Impfschutz: Röteln-Impfung von Anfang an strittig

SPEKTRUM: Leserbriefe

Impfschutz: Röteln-Impfung von Anfang an strittig

Frick

Zur Dokumentation des 99. Deutschen Ärztetags in Heft 25/1996 "Impfschutz und ärztliche Verantwortung":
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LNSLNS Nicht alle Impfungen sind gleich wichtig: so ist zum Beispiel die Röteln-Impfung von Anfang an strittig gewesen. Es gab dazu schon vor Jahren ein "Minderheitsvotum" der STIKO . . ., das allen Kindern die Chance der Immunisierung durch die harmlosen natürlichen Röteln erhalten wollte, ergänzt selbstverständlich durch die rechtzeitige routinemäßige Antikörper-Bestimmung bei allen jungen Frauen, wobei dann den – wenigen – seronegativen Frauen die Röteln-Impfung dringend empfohlen wird. So braucht ein Sicherheitssockel natürlicher Immunität von weit über 80 Prozent nur noch ergänzt zu werden. Der Schutz vor Röteln-Embryopathien ist dann so weitgehend verbessert, wie er durch die Röteln-Impfung von Kindheit an gar nicht erreichbar ist.
Wir sollten also nicht die Kinder vor etwas schützen, was ihnen gar nicht schadet, sondern uns zielstrebig um eine sichere Immuni.ät aller jungen Frauen kümmern.
Der Traum einer weltweiten Ausrottung des Röteln-Wildvirus ist inzwischen sowieso längst ausgeträumt, zumal die Röteln wegen ihres häufig fehlenden Exanthems oft gar nicht erkannt werden – der internationale Tourismus tut sein übriges.
Es ist hohe Zeit, über die andere Realität des Röteln-Geschehens nachzudenkön, ehe uns das bereits steigende Ersterkrankungsalter Überraschungen beschert. Wer würde dafür die Verantwortung übernehmen? Besser wäre es, das frühere Minderheitsvotum ernst zu nehmen und die dabei frei gewordenen Geldmittel und Kräfte sinnvoller in die völlig vernachlässigte Impfung gegen Diphtherie zu investieren . . .
Dr. Frick, Gesundheitsamt des Landkreises Waldeck-Frankenberg, 34495 Korbach
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