ArchivDeutsches Ärzteblatt15/2000Drogenpolitik: Neue Probleme

SPEKTRUM: Leserbriefe

Drogenpolitik: Neue Probleme

Dtsch Arztebl 2000; 97(15): A-954 / B-798 / C-746

Kühn, Albrecht

Zu dem "Seite eins"-Beitrag "Dornröschenschlaf" von Dr. med. Eva A. Richter in Heft 9/2000:
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LNSLNS Das Problem in der ärztlichen Fürsorge für drogenabhängige Menschen sind nicht die Fixerstuben. Das ist ein politisch hochgespieltes Thema, auf das wir Ärzte nicht "abfahren" sollten. Denn Fixerstuben wird es immer nur in sehr begrenzter Zahl geben, für einen extremen Kleinkreis von Drogenabhängigen und für eine ausgesuchte Klientel - damit man hinterher auch Erfolge dokumentieren kann. Gegen das alles ist nichts einzuwenden.
Bei der Mehrzahl der substituierten Drogenabhängigen entsteht aber ein Problem, auf welches merkwürdigerweise bisher kaum hingewiesen wird: Je erfahrener die Substitution geschieht, je besser die Sucht- und anderweitige psychosoziale Betreuung wird, desto weniger bestehen Aussichten, dass der Drogenabhängige aus sich selbst heraus irgendwann und auf Dauer clean wird. Das heißt: Mit allen Maßnahmen der letzten zehn Jahre, die ärztlich absolut zu rechtfertigen sind, erreichen wir leider, dass viele Drogenabhängige bis ins Alter hinein abhängig, substitutions- und sozialhilfebedürftig sein werden. Das schafft neue Probleme, die endlich der Diskussion bedürfen.
Dr. med. Albrecht Kühn, Methadon-Kommission bei der KV Südwürttemberg, Kelternstraße 2, 72070 Tübingen
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