ArchivDeutsches Ärzteblatt24/2022Psychische, neurologische und somatische Komorbiditäten und Behandlung von Menschen mit Intelligenzminderung
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Hintergrund: Menschen mit Intelligenzstörung oder -minderung (IM) leiden häufig unter relevanten Komorbiditäten. Da aktuelle Daten bisher fehlen, stellt die vorliegende Studie erstmals die ambulanten Versorgungsdaten zu Prävalenz, Komorbiditäten, medikamentöser und ärztlicher Versorgung in Deutschland dar.

Methode: Ausgewertet wurden bundesweite ambulante Abrechnungs- und Arzneiverordnungsdaten aller gesetzlich krankenversicherten Erwachsenen (18–109 Jahre) mit mindestens einem Praxiskontakt im Jahr 2018. In die Studienpopulation (SP) wurden Patienteninnen und Patienten mit mindestens zwei F70–F79-Diagnosen in zwei Quartalen aufgenommen (n = 324 428). Als Vergleichspopulation (VP) diente eine Zufallsstichprobe von Patienten ohne IM (n = 648 856). Zwischen SP und VP wurden die Chancenverhältnisse von Komorbiditäten sowie der Verordnung ausgewählter Arzneimittelgruppen und der Fachgruppenbeteiligung jeweils in einer multivariablen logistischen Regression analysiert.

Ergebnisse: Die Prävalenz der IM betrug 0,55 %. Es zeigten sich Assoziationen der IM mit verschiedenen Komorbiditäten. Die höchsten Chancenverhältnisse ergaben sich für die infantile Zerebralparese (Odds Ratio [OR]: 121,71; 95-%-Konfidenzintervall: [111,67; 132,67]), Autismus-Spektrum-Störungen (OR: 83,85 [75,54; 93,08]) und Entwicklungsstörungen (OR: 61,34 [58,86; 63,94]). Die am häufigsten verschriebenen Arzneigruppen waren – nach anatomisch-therapeutisch-chemischer (ATC)-Klassifikation – Psycholeptika (Antipsychotika, Anxiolytika, Hypnotika, Sedativa; OR: 9,90 [9,75; 10,05]) und Antiepileptika (OR: 10,40 [10,27; 10,53]). Neben Allgemeinmedizinerinnen und -medizinern (OR: 2,64, [2,59; 2,69]) werden von der SP öfter als von der VP spezialisierte Fachärztinnen und Fachärzte aufgesucht, am häufigsten im neuropsychiatrischen Bereich (OR: 6,85 [6,77; 6,92]).

Schlussfolgerung: Eine IM-Diagnose findet sich häufig in den ambulanten Abrechnungsdaten. In künftigen Analysen sollte ein Augenmerk auf die spezifische Versorgung von Menschen mit Intelligenzminderung als besonders multimorbider und vulnerabler Patientengruppe gelegt werden.

LNSLNS

Eine Intelligenzminderung (IM) betrifft laut einer Meta-Analyse internationaler Studien 1,04 % der Bevölkerung (1). Menschen mit IM haben häufig somatische Komorbiditäten wie Ateminsuffizienz, Malnutrition, Dehydration und kardiovaskuläre Erkrankungen (2). Infolgedessen ist ihre Mortalität um den Faktor drei erhöht und die Lebenserwartung um fast 20 Jahre reduziert (3). Jedoch stammen alle Untersuchungen aus der internationalen Literatur, sind nicht aktuell oder teilen nicht mit, welche Gruppen von Fachärztinnen und -ärzten beteiligt waren.

Die vorliegende Studie wurde durchgeführt, um aktuelle Daten zur Häufigkeit der Diagnose IM (Internationale Klassifikation der Krankheiten (ICD)-10 Kapitel V, F70–79) in Deutschland zu erhalten (primäres Ziel beziehungsweise Outcome). Sekundäre Outcomes waren das Chancenverhältnis der neurologisch-psychiatrischen und somatischen Komorbiditäten im Vergleich zur Kontrollgruppe (ohne IM), die Verordnungsprävalenz ausgewählter Arzneimittelgruppen, vor allem Psychopharmaka, und die Facharztgruppenbeteiligung über ein Jahr.

Methoden

Es wurden bundesweite vertragsärztliche Abrechnungsdaten (§ 295 SGB V) und Arzneiverordnungsdaten (§ 300 Abs. 2 SGB V) aus dem Jahr 2018 erhoben. Diese wurden auf der Ebene der oder des individuellen Versicherten anonymisiert und umfassen alle Diagnosen und Arzneimittelverordnungen (eingelöste Rezepte) von gesetzlich Krankenversicherten mit Kontakt zu niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten.

Studienpopulation

Die Studienpopulation (SP) mit IM beinhaltete Versicherte im Alter von 18 bis 109 Jahren und mindestens zwei gesicherten F70–79-Diagnosen gemäß der deutschen Modifikation der ICD-10 (ICD-10-GM) in zwei Quartalen von 2018. Den Nenner zur Berechnung der IM-Diagnoseprävalenz bildeten alle Versicherten der Datengrundlage. Die Vergleichspopulation (VP) bildete eine Zufallsstichprobe aller 2018 behandelten Patientinnen und Patienten ohne IM im Verhältnis von 2 : 1 zur SP im Alter von 18 bis 109 Jahren als Annäherung an eine durchschnittliche Bevölkerung. Für die SP wurde geprüft, welcher maximale IM-Schweregrad im gleichen Jahr kodiert wurde (F70 = leichte IM, F71 = mittelgradige IM, F72 = schwere IM, F73 = schwerste IM).

Komorbiditäten

Für eine Auswahl an Komorbiditäten wurde für jeden Patienten der SP und VP geprüft, ob mindestens eine gesicherte Diagnose im Jahr 2018 vorlag, und die Prävalenzen wurden berechnet.

Arzneimittelverordnungen nach anatomisch-therapeutisch-chemischer Klassifikation

Zur Analyse der Arzneiverordnung wurde die amtliche anatomisch-therapeutisch-chemische (ATC)-Klassifikation verwendet (4). Für ausgewählte Arzneimittelgruppen wurde anhand der dritten ATC-Ebene (therapeutisch-pharmakologische Untergruppe) überprüft, ob mindestens ein Rezept eingelöst worden war. Der Anteil der Patienten mit Verordnung an allen Patienten der Population bildete die Verordnungsprävalenz.

Facharztgruppenbeteiligung

Da es für die Behandlung von Menschen mit IM keine spezifische Fachrichtung gibt, erfolgte die Auswahl der Arztgruppen nach allgemeiner klinischer Erfahrung.

Gemäß gültiger Richtlinie der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) wurde die Fachgruppenzugehörigkeit aus den zwei letzten Stellen der lebenslangen Arztnummer (LANR) abgeleitet (5). Analysiert wurden Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie (LANR-Gruppen 51, 53, 58, 60, 61), Allgemeinmedizin (LANR 01, 02, 03), innere Medizin (LANR 23), Rehabilitationsmedizin (LANR 57) und Orthopädie (LANR 10). Da die Studiendaten anonymisiert wurden, konnte nicht von Patienten, sondern nur von Diagnosen ausgegangen werden. Lag eine F70–79-Diagnose vor, wurde basierend auf den Abrechnungsdaten gezählt, aus welcher Fachgruppe die Diagnose stammte.

Statistische Analysen und Ethikvotum

Mithilfe multivariabler logistischer Regressionsmodelle wurden Odds Ratios (OR) und 95-%-Konfidenzintervalle berechnet. In alle Modelle wurden neben der interessierenden Variable Alter und Geschlecht als Kovariate aufgenommen und die resultierenden Schätzer zwischen Studien- und Vergleichspopulation kontrolliert. Um zu beurteilen, ob ORs einen substanziellen Effekt haben, wählten wir etablierte Cut-off-Werte von Chinn (6) (OR > 1,436 oder < 0,696). Da es sich um eine erste explorative, Hypothesen generierende Analyse handelte, für die keine A-priori-Hypothesen formuliert worden waren, wurde darauf verzichtet, die p-Werte wegen multiplen Testens zu korrigieren. Wir haben uns aus diesem Grund auch bei der Interpretation der ORs eingeschränkt und die p-Werte wo zutreffend nur zur Orientierung angegeben.

Die Ethikkommission der bayerischen Ärztekammer schätzte die Studie aufgrund der Anonymisierung als nicht beratungspflichtig ein (Nr. 20069 vom 11.08.2020).

Ergebnisse

Es wurden 324 428 Personen mit IM untersucht. Bei einem Gesamtdatensatz von 59 146 612 Versicherten entsprach dies einer Diagnoseprävalenz von 0,55 %. Diese variierte in Abhängigkeit von Alter und Geschlecht: 18–44 Jahre: 0,61 %; 45–64 Jahre: 0,65 %; ab 65 Jahre: 0,33 %;, Männer: 0,65 %; Frauen: 0,47 %. Die Vergleichspopulation umfasste 648 856 Personen und hatte einen geringeren Männeranteil sowie einen höheren Altersdurchschnitt (Anteil an Männern: SP: 53,5 %, VP: 46,5 %; Durchschnittsalter: SP: 47,5 Jahre (Standardabweichung = 17,2 Jahre), VP: 51,3 Jahre (Standardabweichung = 19,4 Jahre).

Für 62,7 % der SP konnte ein Schweregrad der IM bestimmt werden. Von ihnen hatten 24,9 % eine leichte, 21,0 % eine mittelgradige, 12,1 % eine schwere und 4,6 % eine schwerste IM.

Tabelle 1 zeigt die Gesamtprävalenzen, jene nach Alter und Geschlecht sowie die Ergebnisse der logistischen Regression. Für alle psychiatrischen, neurologischen und somatischen Komorbiditäten bis auf Neubildungen waren die Prävalenz und damit das Chancenverhältnis in der SP höher als in der VP.

Prävalenz ausgewählter Komorbiditäten in Studienpopulation und Vergleichspopulation je Indikator
Tabelle 1
Prävalenz ausgewählter Komorbiditäten in Studienpopulation und Vergleichspopulation je Indikator

Die höchsten psychiatrischen ORs waren in der SP für die Autismus-Spektrum-Störungen (83,85) und Entwicklungsstörungen (61,34) zu sehen. Substanzielle Effektgrößen (OR > 1,436) zeigten sich auch für die Gruppen der Persönlichkeits- und sozialen Verhaltensstörungen (F60–69: OR = 8,68; F91: OR = 23,31) und für emotionale Instabilität (F60.30: OR = 9,84). Nicht zu beobachten waren substanzielle Effektgrößen bei psychischen und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen (OR = 1,42), Reaktionen auf schwere Belastungen (OR = 1,41) oder Verhaltensauffälligkeiten durch körperliche Störungen (OR = 1,07).

Alle untersuchten neurologischen Komorbiditäten waren mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit bei IM assoziiert. Die höchsten ORs zeigten in diesem Kontext die infantile Zerebralparese (121,71) und die Epilepsie (24,97). Aber auch bei einem Hydrocephalus (OR = 16,39), Paresen (OR = 10,11) und extrapyramidalen Störungen (OR = 3,27) traten substanzielle Effekte auf. Ebenso waren die Prävalenzen aller untersuchten somatischen Komorbiditäten in der SP höher als in der VP. Allerdings waren die entsprechenden ORs in der Regel in beiden Populationen niedriger als die der neuropsychiatrischen Erkrankungen. Die hierunter höchsten ORs in Bezug auf Patienten mit IM lagen für Symptome, die das Nervensystem oder den Bewegungsapparat betreffen, (OR = 4,12) und für Volumenmangel (OR = 2,81) vor. Für Infektionskrankheiten, Krankheiten des Ösophagus, Magens sowie Duodenums und Schmerzen wurden keine substanziellen Effektgrößen verzeichnet. Neubildungen waren in der SP um 29 % seltener zu beobachten als in der VP.

Tabelle 2 zeigt die Ergebnisse der multivariablen logistischen Regression ausgewählter Arzneimittelgruppen für die Gesamtpopulationen sowie gruppiert nach Alter und Geschlecht in SP und VP je Indikator.

Arzneiverordnungs- und Behandlungsprävalenz durch Ärztinnen und Ärzte ausgewählter Fachgruppen in Studien- und Vergleichspopulation im Jahr 2018 und Ergebnisse der multivariablen logistischen Regression
Tabelle 2
Arzneiverordnungs- und Behandlungsprävalenz durch Ärztinnen und Ärzte ausgewählter Fachgruppen in Studien- und Vergleichspopulation im Jahr 2018 und Ergebnisse der multivariablen logistischen Regression

Substanzielle Effektgrößen zeigten sich nicht für Antiemetika, Calciumkanalblocker, Schilddrüsentherapeutika, Antiphlogistika, Antirheumatika, Muskelrelaxanzien und Analgetika. Alle anderen Arzneimittelgruppen wurden Patienten mit IM häufiger verschrieben.

Die höchsten ORs in Bezug auf die SP waren für Psycholeptika (10,4; umfassten unter anderem Antipsychotika, Anxiolytika, Hypnotika und Sedativa), Antiepileptika (9,9) und Psychoanaleptika (2,5; vorwiegend Antidepressiva) zu sehen. 18,5 % der SP und 20,8 % der VP erhielten keines der in Tabelle 2 aufgeführten Arzneimittel (OR = 0,78 [0,77; 0,78] p < 0,0001).

Die höchsten Behandlungsbeteiligungen und damit substanziellen Effekte hatten in der SP die Allgemeinmedizin (95,7 %, OR = 2,64) sowie die Gruppe der Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie (46,5 %, OR = 6,85). Die Behandlungsbeteiligung der Fachgruppen Orthopädie und innere Medizin betrugen 21,0 % beziehungsweise 18,1 %. Hier waren Patienten mit IM seltener in den Praxen als Patienten ohne IM, die Effektgröße war aber nicht substanziell.

36,3 % der Patienten mit IM nahmen keine spezialisierte Facharztbehandlung in Anspruch (VP: 55,6 %; OR = 0,41 [0,40–0,41]; p < 0,0001).

Diskussion

In der vorliegenden Studie wurde der Frage nachgegangen, wie viele Menschen mit der Diagnose einer Intelligenzminderung in der ambulanten Versorgung erscheinen, welche Komorbiditäten bestehen, welche Medikamente eingesetzt werden und wer an der Behandlung beteiligt ist.

Das Hauptergebnis einer IM-Diagnoseprävalenz von 0,55 % im Jahr 2018 lag unterhalb der in einer Meta-Analyse internationaler populationsbasierter Studien angegebenen Häufigkeit von 1,04 % (1). Allerdings häuften sich in der zitierten Studie IM-Diagnosen in Ländern mit niedrigem und mittleren Einkommensstandard gegenüber solchen mit hohem Einkommensstandard. Des Weiteren steigt die Prävalenz bei Kindern und Jugendlichen an, wenn standardisierte psychologische Testverfahren verwendet werden, wie es in der Vergleichsanalyse (1) der Fall war. Es ist also anzunehmen, dass die Prävalenz in Deutschland niedriger ist als im internationalen Durchschnitt. Mögliche Erklärungen, warum in unserer Untersuchung die Prävalenz unterschätzt werden könnte, sind eine subjektiv befriedigende Lebensqualität und bedarfsgerechte Versorgung der Menschen mit Behinderung, durch die ein Arztbesuch nicht oder nur selten nötig wird. Ebenso sind aber trotz der häufigen Komorbiditäten Barrieren, Unterdiagnostizierung und -versorgung denkbar.

Sicherlich wurde eine leichte Intelligenzminderung oft nicht dokumentiert, da sie – je nach Beratungsanlass – nicht immer relevant ist. Diese Untererfassung limitiert jedoch unsere Datengrundlage.

Die hier analysierten Daten stammen aus der gesetzlichen Krankenversicherung und repräsentieren den überwiegenden Teil der deutschen Bevölkerung. Für die deutsche private Krankenversicherung (PKV), in der sich circa 10 % der Versicherten befinden, gibt es keine vergleichbare Auswertung (persönliche Mitteilung des Verbands der PKV). Da der Großteil der privat Versicherten Selbstständige oder Beamte (7) sind, befinden sich darunter aber vermutlich nur wenige Patienten mit IM. Dies könnte eine überschätzte IM-Prävalenz in Deutschland begünstigen.

Wir sind uns bewusst, dass es sich im neuropsychiatrischen Bereich um statistische Komorbiditäten handelt. So ist eine organische Hirnschädigung als Ursache einer Intelligenzminderung zu betrachten, deren Folge oder Symptom eine Verhaltensstörung sein kann.

Unter anderem dadurch erklärt sich der hohe Anteil der psychischen Begleiterscheinungen in unserer Studie. In internationalen Untersuchungen reichte dieser von 30–50 % (8). In der Meta-Analyse von Mazza et al. betrug die Häufigkeit psychischer Komorbiditäten 33,6 % [25,2 %; 43,1 %]) (9). In der vorliegenden Studie hatte fast jeder vierte Patient mit IM eine affektive, weitere 15,1 % eine psychotische Störung. Auch diese Zahlen erscheinen hoch, betrugen sie doch bei Mazza nur insgesamt 12,2 % für Depression und Angst (6,7 % beziehungsweise 5,5 %) und insgesamt 8,7 % für Schizophrenie und unspezifische psychotische Störungen (4,8 % beziehungsweise 3,9 %). Hier könnten neben grundsätzlichen Problemen, das Symptomspektrum „Intelligenzminderung“ zu beschreiben, die hohe Beteiligung von Neurologinnen und Neurologen sowie Psychiaterinnen und Psychiatern oder ein hoher Anteil von Heimpatientinnen und Heimpatienten zu einer Erklärung beitragen. Ein ähnliches Problem der scheinbaren Komorbidität könnte die Verhaltensstörungen betreffen, die in unserer Studie in verschiedenen F-Kapiteln codiert wurden (zum Beispiel F59 [Verhaltensauffälligkeit bei körperlicher Störung] und F63 [Impulskontrollstörungen]; als Zusatzcodierung bei F70–73 im Rahmen der Syndromdiagnose beziehungsweise bei F92 [Störung des Sozialverhaltens]). Hätte es nur eine Möglichkeit gegeben, komorbide Verhaltensstörungen zu codieren, wäre ihr Anteil vermutlich höher gewesen.

Die höchsten Chancenverhältnisse für somatische Komorbiditäten zeigten sich für muskuloskelettale Probleme (OR = 4,12) und Volumenmangel (OR = 2,81). Der erste Effekt könnte auf die regelhaft zusätzlich vorliegende orthopädisch-körperliche Behinderung zurückzuführen sein. Letzteres könnte gegebenenfalls an der Pflegesituation in den Heimen liegen, insbesondere an den Problemen, die Patienten mit ausreichenden Trinkmengen zu versorgen. Besondere Beachtung sollte die respiratorische Insuffizienz erhalten. Hierfür war das Risiko in der SP um 76 % gegenüber der VP erhöht und könnte die größere Mortalität erklären (10).

Seltener waren in der SP Neubildungen. Diese sind unserer Meinung nach unterrepräsentiert oder ihre Symptome mangelhaft beschrieben, da andere populationsbasierte Studien eher auf eine erhöhte Krebshäufigkeit und Mortalität hindeuten (11, 12). Der geringere Anteil von Antihypertensiva und Antiphlogistika in der SP würde sich analog erklären.

Die hier gefundenen höchsten Chancenverhältnisse für neurologische und psychische Störungen bei IM fanden sich für die infantile Zerebralparese (OR = 121,71) und die Entwicklungsstörung (OR = 61,34), was wahrscheinlich durch einen Mitcodierungseffekt zur IM bedingt ist.

Kontakt zur Facharztgruppe der Allgemeinmedizin hatten 95,7 % der IM-Patienten; zur Gruppe der Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie waren es 46,5 %. Weitere häufige konsultierte Fachrichtungen waren die Orthopädie (21,0 %) und die innere Medizin (18,1 %). Bei der Auswahl der analysierten Facharztgruppen gingen wir davon aus, dass es für IM in Deutschland keine spezialisierte Qualifikation gibt (13). Es war bisher nicht bekannt, welche Arztgruppen in Deutschland von Menschen mit IM aufgesucht werden. Aufgrund unserer klinischen Erfahrung ist jedoch die Allgemeinmedizin die am nächsten liegende primäre Anlaufstelle, gefolgt von der nervenärztlich-neurologisch-psychiatrischen Fachgruppe (14). Diese Annahme bestätigte sich anhand der vorliegenden Erhebung. Unseres Wissens gibt es jedoch für diesen Befund keine internationalen Referenzen oder Vergleichsmöglichkeiten.

Es gibt in Deutschland, soweit wir wissen, auch keine gemeindenahen Versorgungsstrukturen oder -studien wie in einigen skandinavischen Ländern. In der „Healthy Ageing and Intellectual Disability Study“ wird beispielsweise schon seit 2008 untersucht, welche spezifischen Gesundheitsfaktoren und -herausforderungen sich bei alternden Menschen mit geistiger Behinderung ergeben (15).

In unserer Studie war die Gesamtzahl der Arzt-Patienten-Kontakte methodisch nicht ermittelbar, sodass der genaue Anteil und die Anzahl der Kontakte nicht beziffert werden konnten, was eine weitere Limitation unserer Studie darstellt. Unter der Annahme, dass es in Deutschland für 324 000 Menschen mit IM gegenwärtig etwa 55 000 Fachärzte für Allgemeinmedizin gibt (16), versorgen diese durchschnittlich etwa sechs Betroffene. Die kleinere Gruppe der Nervenärzte und Nervenärztinnen, Neurologen und Psychiater (6 180) versorgt im Durchschnitt 52 Patienten mit IM. Wir gehen davon aus, dass sich hier die in vielen Regionen übliche fachärztlich neuropsychiatrische Heimversorgung widerspiegelt.

Hinsichtlich der Verordnungsprävalenz wurden bei IM in 38,8 % Psycholeptika verschrieben. Uns ist bewusst, dass die ATC-Klassifikation (4) nicht der gängigen Nomenklatur entspricht. Nach den herkömmlichen Arzneiverordnungsanalysen ist davon auszugehen, dass ein Anteil von 55 % aller Verschreibungen aus diesem ATC-Code (also 21,3 % aller Arzneimittel) Antipsychotika waren, weitere 19 % Anxiolytika und circa 25 % Hypnotika oder Sedativa (17). Die Verteilung bei IM könnte jedoch von diesen Zahlen abweichen. Es bleibt zu prüfen, warum und von wem diese Mittel eingesetzt werden. Denkbar wäre die Behandlung von psychotischen Syndromen, aber auch Unruhezuständen und Verhaltensstörungen beziehungsweise herausforderndem Verhalten, was vom Zulassungsstatus her möglich (zum Beispiel mit Risperidon, Promethazin oder Melperon) und auch leitliniengerecht wäre (18).

Wünschenswert wäre eine noch differenziertere Betrachtung der Psycholeptika-Subgruppen, welche uns leider methodisch nicht möglich war. Ebenfalls methodisch bedingt konnten wir die Verordnungen nicht eindeutig einer Fachrichtung zuordnen.

Die Literaturangaben zur Häufigkeit von Psychopharmaka bei geistiger Behinderung variieren naturgemäß. Während bei Bowring et al. (19) 37,7  % der Patienten psychotrope Medikamente einnahmen, taten dies bei Doan et al. (20) 35,0  %. Beide Werte sind etwa 10  % niedriger als der vorliegende Wert von 47,1  %, während sich die Antipsychotikaverordnungen zwischen den Studien offenbar geringer unterscheiden (21,9% [19] beziehungsweise 20,5% [20] versus circa 21% hier). Insgesamt sind die Ergebnisse also nur bedingt vergleichbar, je nachdem wie Psychopharmaka genau definiert werden.

Einschränkend ist zu den verwendeten Abrechnungsdaten zu sagen, dass administrative Prävalenzen über zwei Quartale sicher weniger valide sind als eine standardisierte Diagnostik. Ergebnisse von Intelligenztests konnten im Studiendesign nicht berücksichtigt werden. Immerhin erlaubt die ICD-10 mit den Kapiteln F70–F73 eine Unterteilung von leichter bis schwerster IM. An vierter Stelle ist die Verhaltensstörung codierbar, was für die meisten klinischen Einschätzungen ausreicht. Vor allem die Leitlinie der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V. „Intelligenzminderung“ (18) bietet einen hervorragenden Überblick über Diagnostik und Therapie. Ausdrücklich wird auf das Potenzial von Antipsychotika zur Beeinflussung von Verhaltensstörungen eingegangen, ohne deren Risiken zu vernachlässigen. Inwieweit der Leitlinie gefolgt wird, kann hier nicht beurteilt werden. Aus unserer Sicht besteht die größte Versorgungslücke darin, ausreichend qualifiziertes Pflegepersonal zu finden, das Nutzen und Risiken bei der Gabe von Antipsychotika angemessen abwägt.

Resümee

Unsere Ergebnisse bilden den ambulanten Versorgungskontext der Population mit IM gut ab. Sicherlich bestehen noch Lücken in der Versorgung, angefangen bei der Aus- und Weiterbildung hinüber zu Assessment (21), Diagnostik und der sektorübergreifenden Zusammenarbeit. In England wurden in der STOMP-Studie bereits positive Erfahrungen gesammelt, und in der Folge wurden weniger Antipsychotika, dafür mehr Antidepressiva verschrieben (22). Inwieweit Lücken in der deutschen Versorgung durch Pilotprojekte wie Medikamentenmanagement und Gesundheitsvorsorge bei Menschen mit geistiger Behinderung (23) oder die bereits etablierten medizinische Zentren für Erwachsene mit Behinderung geschlossen werden können, bleibt abzuwarten.

Interessenkonflikt

Prof. Weih ist Mitglied im Berufsverband deutscher Nervenärzte und behandelt als Vertragsarzt Patientinnen und Patienten mit Intelligenzminderung.

Die übrigen Autorinnen und Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht: 03.11.2021, revidierte Fassung angenommen: 05.04.2022

Anschrift für die Verfasser
Prof. Dr. med. Markus Weih
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Medic-Center Neurologie und Psychiatrie
Schweinauer Hauptstraße 43
90441 Nürnberg
markus.weih@gmx.de

Zitierweise
Weih M, Köhler S, Schöll N, Schulz M, Hering R: Mental, neurological, and somatic comorbidities and their treatment in persons with intellectual disability—an analysis of outpatient billing data for the year 2018. Dtsch Arztebl Int 2022; 119: 418–24. DOI: 10.3238/arztebl.m2022.0193

►Die englische Version des Artikels ist online abrufbar unter:
www.aerzteblatt-international.de

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Medic-Center: Prof. Dr. med. Markus Weih, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie-Psychotherapie
BVDN Berufsverband deutscher Nervenärzte: Prof. Dr. med. Markus Weih, Dr. med. Sabine Köhler
MVZ Medic-Center, Nürnberg: Norbert Schöll
ZI Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung, Berlin: Dr. P.H. Mandy Schulz, Ramona Hering
Prävalenz ausgewählter Komorbiditäten in Studienpopulation und Vergleichspopulation je Indikator
Tabelle 1
Prävalenz ausgewählter Komorbiditäten in Studienpopulation und Vergleichspopulation je Indikator
Arzneiverordnungs- und Behandlungsprävalenz durch Ärztinnen und Ärzte ausgewählter Fachgruppen in Studien- und Vergleichspopulation im Jahr 2018 und Ergebnisse der multivariablen logistischen Regression
Tabelle 2
Arzneiverordnungs- und Behandlungsprävalenz durch Ärztinnen und Ärzte ausgewählter Fachgruppen in Studien- und Vergleichspopulation im Jahr 2018 und Ergebnisse der multivariablen logistischen Regression
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