ArchivDeutsches Ärzteblatt26/2022Frank Kirchhoff: Forschung zur Abschwächung pandemischer Erreger

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Frank Kirchhoff: Forschung zur Abschwächung pandemischer Erreger

Spielberg, Petra

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Frank Kirchhoff, Foto: Elvira Eberhardt
Frank Kirchhoff, Foto: Elvira Eberhardt

Der Ulmer Virologe Prof. Dr. rer. nat. Frank Kirchhoff erhielt einen ERC Advanced Grant des Europäischen Forschungsrats. Die Förderung soll dazu beitragen, aufzudecken, welche körpereigenen Proteine virale Erreger, inklusive pandemischer Pathogene, effektiv abschwächen können. Dafür wollen die Forscher vom Institut für Molekulare Virologie am Universitätsklinikum Ulm unter der Leitung des 61-Jährigen sogenannte Verräter-Viren erzeugen und einsetzen.

Im Rahmen des ERC-Projekts sollen Viren hierfür mithilfe spezifischer Genscheren wie CRISPR-Cas 9 so ausgestattet werden, dass sie ihre zellulären Gegner zwar ausschalten können, gleichzeitig jedoch verraten, welche körpereigenen Proteine die Vermehrung und Ausbreitung der Viren hemmen. Ziel dieses neuen und vielversprechenden Ansatzes ist es, die Ausbreitung und Entstehung viraler Zoonosen künftig besser verhindern und effektive Therapien von Viruserkrankungen entwickeln zu können.

Nach dem Abitur studierte Kirchhoff Biologie in Göttingen. 1991 promovierte er am dortigen Deutschen Primatenzentrum über HIV-2. Ab 1994 war er Leiter einer Arbeitsgruppe am Institut für Klinische und Molekulare Virologie des Universitätsklinikums Erlangen, wo er sich 1996 über die Möglichkeit einer Impfung mit abgeschwächten HIV-Erregern habilitierte. Seit 2001 unterrichtet Kirchhoff an der Medizinischen Fakultät der Universität Ulm. Im Jahr 2009 erhielt er dort eine Professur und wurde zugleich Leiter des Ulmer Instituts für Molekulare Virologie. Petra Spielberg

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