ArchivDeutsches Ärzteblatt27-28/2022Gerd Glaeske †: Vorkämpfer für die Arzneimittelsicherheit

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Gerd Glaeske †: Vorkämpfer für die Arzneimittelsicherheit

Osterloh, Falk

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Gerd Glaeske, Foto: picture alliance/photothek/Raphael Huenerfaut
Gerd Glaeske, Foto: picture alliance/photothek/Raphael Huenerfaut

Prof. Dr. rer. nat. Gerd Glaeske war einer der versiertesten und ambitioniertesten Experten für Arzneimittelsicherheit in Deutschland. In zahlreichen Veröffentlichungen hat er wissenschaftliche Grundlagen für eine sichere und rationale Arzneimitteltherapie gelegt. Nach schwerer Krankheit verstarb er im Alter von 77 Jahren am 27. Mai.

Nach seinem Studium der Pharmazie in Aachen und Hamburg arbeitete Glaeske zunächst bei verschiedenen Krankenkassen, deren Daten er auszuwerten begann. Auf diese Weise wurde er zum Mitbegründer der Versorgungsforschung in Deutschland.

Im Jahr 1999 übernahm er an der Universität Bremen eine Stiftungsprofessur für Arzneimittelanwendungsforschung am Zentrum für Sozialpolitik (ZeS). Ab 2007 leitete er die Abteilung Gesundheitsökonomie, Gesundheitspolitik und Versorgungsforschung am ZeS, dem späteren Socium. Glaeske war Mitbegründer und langjähriges Vorstandsmitglied des Deutschen Netzwerks Versorgungsforschung sowie zwischen 2003 und 2010 als Mitglied des Sachverständigenrats zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen (SVR) aktiv.

Bekannt ist Glaeske vor allem für seine zahlreichen Auswertungen von Kassendaten, die er zum Beispiel als Herausgeber des Innovationsreports veröffentlicht hat. Dabei sprach er immer wieder Missstände in der Arzneimittelsicherheit an. Mit seiner offenen Art war er ein respektierter Pionier der Versorgungsforschung und Vorkämpfer für die Arzneimittelsicherheit. Falk Osterloh

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