ArchivDeutsches Ärzteblatt30/1996Berufskrankheit: Es besteht weiterer Forschungsbedarf

SPEKTRUM: Leserbriefe

Berufskrankheit: Es besteht weiterer Forschungsbedarf

Baldus, S.; Volk, K.

Zu dem Leserbrief "Ergänzung" von Dr. med. Rudolf Drumm in Heft 25/1996, der sich auf den Beitrag "Anerkennung von Wirbelsäulenschäden als Berufskrankheit" in Heft 13/1996 bezog:
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LNSLNS Zur Vermeidung falscher Schlußfolgerungen aus dem Beitrag von Dr. Drumm ist darauf hinzuweisen, daß die arbeitstechnischen Voraussetzungen zu einer Anerkennung als Berufskrankheit beispielsweise bei Zahnärzten, Stenotypisten, Musikern (Geigern), Chirurgen (OP-Mikroskop) und auch HNOÄrzten bislang wegen fehlender epidemiologischer Studien arbeitsmedizinisch noch nicht ab-schließend bewertet werden können. Hier besteht sicher weiterer Forschungsbedarf.
Nach dem derzeitigen Merkblatt zur BK-Nr. 2109 (Bundesarbeitsblatt 3/1993 Seite 53) werden als Kriterien für die Annahme eines begründeten Verdachts auf das Vorliegen einer bandscheibenbedingten Erkrankung der Halswirbelsäule durch Heben oder Tragen schwerer Lasten auf dem Kopf und auf der Schulter unter anderem genannt:
c Mindestens zehnjährige Tätigkeit mit Tragen schwerer Lasten auf der Schulter;
c Tragen von Lastgewichten mit 50 kg oder mehr auf der Schulter;
c Die Lasten müssen mit einer gewissen Regelmäßigkeit und Häufigkeit in der überwiegenden Zahl der Arbeitsschichten getragen worden sein.
In der gegenwärtigen Begutachtungspraxis kommen daher bisher vorwiegend Berufskrankheitsmeldungen von Lastenträgern (Fleischträgern, Sackträgern) und vergleichbaren Berufsgruppen zur gewerbeärztlichen Überprüfung. Tätigkeitsbestimmend sind hier Gewichte von mindestens 50 kg, die unter gleichzeitiger erzwungener Kopfbeugehaltung und Anspannung der Nackenmuskulatur auf der Schulter getragen werden.
Die arbeitstechnischen Voraussetzungen zur Anerkennung einer BK 2101 (Erkrankungen der Sehnenscheiden oder des Sehnengleitgewebes sowie Erkrankungen der Sehnen- und Muskelansätze) halten wir in Anlehnung an das Merkblatt des Bundesarbeitsministeriums für nicht erfüllt.
Abschließend ist noch darauf hinzuweisen, daß die BK 2101 und 2109 nur nach Tätigkeitsaufgabe anerkannt werden können.
Dr. S. Baldus, Dr. K. Volk, Gewerbeärztlicher Dienst, Gewerbeaufsichtsamt München-Stadt, Winzererstraße 9, 80797 München
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