ArchivDeutsches Ärzteblatt30/1996Eine homöopathische Liebesgeschichte

SPEKTRUM: Bücher

Eine homöopathische Liebesgeschichte

Handley, Rima

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LNSLNS Biographie
Romanhafte Erzählung
Rima Handley: Eine homöopathische Liebesgeschichte. Samuel und Mélanie Hahnemann. Aus dem Englischen übertragen von Corinna Fiedler, Beck’sche Reihe 1131, Verlag C. H. Beck, München, 1995, 272 Seiten, kartoniert, 19,80 DM
Die Autorin rekonstruiert das Leben des Christian Friedrich Samuel Hahnemann und das der ihm erst in hohen Lebensjahren angetrauten Mélanie d’Hervilly; sie veranschaulicht den Durchbruch der von Hahnemann wegweisend in die Medizin eingebrachten Sparte der Homöopathologie und riskiert die Einordnung von wissenschaftlichen Etappen des 19. Jahrhunderts in ein damals noch instabiles Spektrum, sie rekonstruiert im vergangenen Jahrhundert revolutionäre Denkmodelle über den eigentlichen Anlaß hinaus. Dies alles auf die Person der Mélanie bezogen, die ihre ursprüngliche Bestimmung als Malerin verläßt, Hahnemann lieben wird und seinem Werk dient. Diese zentrale Position erfährt der Leser freilich nur mit Mühe angesichts der häufigen Überfülle in den Details.
Ein medizinhistorisches Nachschlagewerk? Eine gesellschaftswissenschaftliche Marginalie zum Rückblick auf das 19. Jahrhundert? – Einerseits: ja; manche Seiten werden vorrangig nur den Mediziner ansprechen, der "ad fontes" gehen will. Andererseits: nein; der Verfasserin ist es nämlich gelungen, trotz aller "Spezifika" ein Tableau zu erstellen, das auch den Laien anregen kann, zumal die Gesamtkomposition den Ansprüchen an eine romanhafte Erzählung trotz einiger Bedenken durchaus genügt.
Für die allseitige historische Gültigkeit des Buches garantieren ausführliche Anmerkungen, eine exzellent ausgewählte Bibliographie und ein Nachwort von Robert Jütte.
Rudolf Clade,
Bad Neuenahr
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