ArchivDeutsches Ärzteblatt16/2000Krankenhaus: Personalbudget ausweiten

SPEKTRUM: Leserbriefe

Krankenhaus: Personalbudget ausweiten

Dtsch Arztebl 2000; 97(16): A-1032 / B-859 / C-803

Molitor, H.

Zu dem Beitrag „Überstunden zum Wohle der Karriere!“ von Jens Flintrop in Heft 11/2000:
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LNSLNS Mit Recht geißelt der Autor paralegale Beschäftigungsformen im Krankenhaus und die häufig nur unvollkommene Realisierung des Arbeitszeitgesetzes im Rahmen der Bereitschaftsdienstregelungen. Die pauschale Verurteilung von Chefärzten, die „das wenigste Verständnis für die Belange des eigenen Berufsstandes“ haben, scheint mir etwas verkürzt. Sie befinden sich als Abteilungsverantwortliche selbst im eisernen Würgegriff des Gesundheitssystems: Den Krankenhausverwaltungen bleibt oft keine andere Wahl, als die knappen von der Gesundheitspolitik verordneten Budgets in Form minimaler Stellenbudgets an die Abteilungen weiterzugeben. Der medizinische Auftrag wird allerdings nicht entsprechend „abgespeckt“. Für dessen (medizinisch qualitativ hochstehende) Erfüllung sind
Chefärzte und Abteilungsleiter verantwortlich und setzen sich bei Nichterfüllung forensischen Konsequenzen und dem zynischen Vorwurf des Organisationsverschuldens aus. Da an der medizinischen Qualität der Patientenversorgung keine Abstriche gemacht werden sollen (und dürfen!), bleibt nur eine Aufstockung der Krankenhausbudgets mit der Verpflichtung der Krankenhäuser, diese Aufstockung für die Ausweitung der ärztlichen Personalbudgets zu verwenden. Diese Zusammenhänge den Verantwortlichen in der Politik und bei den Kostenträgern deutlich zu machen erscheint mir adäquater als die pauschale Verurteilung von Ärzten in Leitungsfunktionen.
Dr. med. H. Molitor, Chefarzt der Neurologischen Abteilung, Juliusspital Würzburg, 97070 Würzburg
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