VARIA: Personalien

Geburtstag

Dtsch Arztebl 2000; 97(16): A-1085 / B-904 / C-846

Jachertz, Norbert

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LNSLNS Karsten Vilmar wird am 24. April 70. Vilmar hat der Ärzteschaft jahrzehntelang in vielen Funktionen gedient und die Sache der Ärzte gegenüber Politik und Öffentlichkeit beharrlich, mit großem Wissen und nicht zuletzt mit Geschick im Umgang mit den Medien vertreten.
Als Präsident der Bundes­ärzte­kammer und des Deutschen Ärztetages von 1978 bis 1999 dürfte Prof. Dr. med. Dr. med. h. c. Karsten Vilmar einer der bekanntesten ärztlichen Berufs- und Gesundheitspolitiker gewesen sein. Einige Funktionen, so im Bereich der Qualitätssicherung und auf internationaler Ebene, hat er bis heute inne.
Karsten Vilmar wurde am 24. April 1930 in Bremen geboren; sein Vater war Arzt. Nach dem Abitur studierte er 1950 bis 1955 Medizin in München; dort wurde er zum Dr. med. promoviert. Vilmar wurde Unfallchirurg; der Mittelpunkt seiner chirurgischen Tätigkeit war die Unfallchirurgische Klinik des Zentralkrankenhauses St. Jürgen-Straße in Bremen. Dort war er von 1964 bis 1995 leitender Oberarzt. Auch während seiner berufspolitischen Tätigkeit arbeitete Vilmar weiterhin als Chirurg, wenn auch in den letzten Jahren zeitlich begrenzt. Der Beruf als Chirurg hat ihn geprägt genauso wie die Berufspolitik.
Bereits als junger Arzt engagierte sich Vilmar für seine Kollegen in der ärztlichen Selbstverwaltung, vor allem im Marburger Bund, dessen erster Vorsitzender er von 1975 bis 1979 war. Gleichfalls 1975 wurde er vom 78. Deutschen Ärztetag zum Vizepräsidenten der Bundes­ärzte­kammer und des Deutschen Ärztetages gewählt. Präsident wurde er unverhofft: Beim 81. Deutschen Ärztetag 1978 in Mannheim trat Hans Joachim Sewering, nach heftigen Angriffen in der Öffentlichkeit, zurück. Sewerings „erster Vize“, Horst Bourmer, war von sich aus und ohne öffentlichen Druck zuvor schon zurückgetreten. So erhielt Vilmar die Chance. Er hat sein Amt vom ersten Tag an beherzt ergriffen.
Karsten Vilmar ist ein Mann, der vom politischen Wert geschriebener Programme überzeugt ist. Leitsätze über Krankenhausreform und Struktur des ärztlichen Dienstes hat er schon Anfang der Siebzigerjahre mitentwikkelt. Die gesundheits- und sozialpolitischen Programme der deutschen Ärzteschaft, 1974 nach zweijähriger Vorbereitungszeit erstmals beschlossen und zuletzt 1994 aktualisiert, gehen ganz wesentlich auf seine Initiative und seine Hartnäckigkeit zurück. Sie tragen seine Handschrift. Selbstverständlich hat er dabei stets im Einvernehmen mit und getragen vor allem vom Deutschen Ärztetag gehandelt, wie überhaupt er auf ein gutes Zusammenspiel mit seinen Kollegen in der ärztlichen Selbstverwaltung bedacht war und, wo immer möglich, den Konsens suchte. Den Konflikt scheute er indes nicht, wenn es nötig war.
Aus seiner vielfältigen internationalen Tätigkeit sei lediglich ein Aspekt hervorgehoben: Das Engagement für die im Umbruch stehenden Länder des ehemaligen Ostblocks. Er setzte sich und setzt sich bis heute für deren Unterstützung ein, berät beim Aufbau von Selbstverwaltung und Sozialversicherung und vermittelt Kontakte. Äußere Anerkennung dafür ist die Ehrendoktorwürde der Universität Timisoara/Rumänien im Jahr 1997. Seit 1998 ist Vilmar Honorarprofessor in Gießen; er liest dort zu ärztlichen Berufsfragen.
Karsten Vilmar ist ein überzeugter Verfechter der Meinungsfreiheit. Das Deutsche Ärzteblatt hat davon in den 21 Jahren seiner Präsidentschaft erheblich profitiert, war Vilmar doch einer der Herausgeber, der die publizistische Linie festzulegen hatte. Vilmar griff nie in die Redaktionsarbeit ein. Er bestärkte die Redaktion in einer liberalen Redaktionspolitik und hat so maßgeblichen Anteil auch am Ansehen des Deutschen Ärzteblattes. Dafür aufrichtiger Dank! Norbert Jachertz
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