ArchivDeutsches Ärzteblatt17/2000Börsebius zur Gildemeister AG: Auf Perlensuche (I)

VARIA: Schlusspunkt

Börsebius zur Gildemeister AG: Auf Perlensuche (I)

Dtsch Arztebl 2000; 97(17): [48]

Rombach, Reinhold

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LNSLNS Was macht man bloß in diesen schweren Zeiten, wo ehemals hochgejubelte Hightechaktien mit Getöse zusammenbrechen wie ausgehöhlte Eichen – außen hui und innen pfui? Nun, die eine Varante wäre, sich zu bescheiden und stur auf dem Geld sitzen zu bleiben und die braven Festgeldzinsen abzuzählen.
Das meine ich gewiss nicht abschätzig, sondern halte das vielmehr für eine durchaus angemessene Anlagestrategie auf Sicht der nächsten sechs bis neun Monate. Mindestens, wenn einem der geruhsame Verbleib in Morpheus Armen wichtiger ist als der Nervenkitzel auf dem glatten Börsenparkett. Wer es dennoch nicht lassen kann und auf jeden Fall „was mit Aktien machen“ möchte, sollte, so er nicht ein begnadeter Internetzocker oder Super-Daytrader ist, doch eher qualitatives Stockpicking betreiben. Was ich damit meine: Er sollte sich auf Perlensuche nach Aktien begeben, die erstens solide, zweitens billig sind und drittens dennoch ein gewisses Wachstumspotenzial aufweisen. Richtet sich ein Anleger nach dieser Vorgabe, muss er früher oder später auf die Gildemeister AG stoßen.
Der Maschinenbauer aus Bielefeld sieht für dieses Geschäftsjahr glänzende Perspektiven auf sich zukommen. Alleine der Auftragseingang per Ende März belief sich auf fast 200 Millionen Euro und lag damit um 26,5 Prozent über Vorjahresniveau. Zahlreiche Neuentwicklungen lassen erwarten, dass der Bestand an Aufträgen für das gesamte Geschäftsjahr bei etwa 750 Millionen Euro liegen wird.
Das ist beileibe keine Eintagsfliege. Schon das zurückliegende Jahr war von schönen Erfolgen geprägt.
Der Jahresüberschuss stieg im Vergleich zu 1998 um mehr als ein Viertel auf 38,3 Millionen Euro. Die Konsequenz: Die Aktionäre können sich bald auf eine nahezu verdoppelte Dividende von einem halben Euro freuen.
Und was macht der Kurs? Eines der unerfindlichen Geheimnisse der Börse findet sich hier exemplarisch wieder. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von gerade mal zehn ist Gildemeister spottbillig, andere Aktien bringen locker ein KGV von dreißig, vierzig auf die Beine, Internetaktien klettern sogar leicht über die Hundertermarke. Aber nur nicht übertreiben, für die Gildemeister AG-Aktie halte ich auf Sicht der nächsten 15 Monate ein Kurspotenzial von dreißig Prozent für eher konservativ gerechnet. Eine Perle zum Aufheben also. Börsebius
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