ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2000Morbus Down: Gedankenlos

SPEKTRUM: Leserbriefe

Morbus Down: Gedankenlos

Dtsch Arztebl 2000; 97(18): A-1178 / B-1004 / C-940

Löffelhardt-Wengerzink, Katharina

Zu dem Akut-Beitrag „Testmöglichkeiten verbessert“ von Rüdiger Meyer in Heft 11/2000:
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LNSLNS . . . Wir sind seit gut einem Jahr glückliche Eltern eines, nebenbei bemerkt, gesunden Kindes, bei dem in utero im Rahmen der Feindiagnostik ein Nackenödem festgestellt und deshalb der Vorschlag zur Amniozentese gemacht wurde – von uns abgelehnt, da ein Schwangerschaftsabbruch sowieso nicht in Frage gekommen wäre, außerdem darf man nicht das immer noch bestehende Abortrisiko bei einer Fruchtwasserpunktion von 0,5 bis 1 Prozent vergessen!
Wir sind im Übrigen längst nicht die Einzigen, die in der Schwangerschaft derart verunsichert wurden, ich kenne mehrere Fälle; bei dem einen wurde eine Veränderung des Nierenbeckenkelchsystems des Fetus diagnostiziert und damit verbunden ein erhöhtes Risiko auf Morbus Down und weitere ähnliche Diagnosen.
Die Kinder sind alle geboren, alle gesund, aber wie viel Verunsicherung müssen die werdenden Eltern ertragen, wie viel Drängen zu teilwei-
se risikoreichen, invasiven Untersuchungen, verbunden mit weiterer Verunsicherung, eventuell auch zum Schwangerschaftsabbruch, wenn man nicht gerade zufällig selbst Ärztin/Arzt ist, weiß, wovon die Kollegen sprechen, und eindeutig seine Meinung kundtut. Nicht zu vergessen auch die weitere Zunahme der Ablehnung von Behinderung in unserer Gesellschaft durch solche gedankenlose Artikel.
Katharina Löffelhardt Wengerzink, Elisabethstraße 16, 17235 Neustrelitz
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