ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2000Hautkrebs: Verbesserte Heilungschancen

SPEKTRUM: Leserbriefe

Hautkrebs: Verbesserte Heilungschancen

Dtsch Arztebl 2000; 97(18): A-1178 / B-1004 / C-940

Schubert, A.

Zu dem Medizinreport „Wie das Screening erfolgreich und kostengünstig sein kann“ von Dr. med. Klaus Gebhard und Dr. med. Markus Steinert in Heft 13/2000:
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LNSLNS Die Ergebnisse der Screening-Aktion „Haut OK“ in Nordrhein-Westfalen lassen die Autoren vermuten, dass die „offiziellen“ Inzidenzzahlen des malignen Melanoms in Zweifel zu ziehen sind. Sofern diese nicht auf einem verlässlichen Krebsregister beruhen, ist dieser Vorbehalt gegenüber einem amtlichen Register unbestritten.
Die durch Screening erfasste Zahl von Melanomen vermittelt allerdings ein überzogenes Bild hinsichtlich
der Neuerkrankungshäufigkeit. Bestätigen die Autoren doch selbst, dass während dieser Kampagne das Durchschnittsalter der untersuchten Personen gesunken ist und damit Melanome häufiger im therapeutisch günstigen Frühstadium erfasst werden. Das entspricht der Vorverlegung des Diagnosezeitpunktes innerhalb der patientenbezogenen, präklinischen Phase
in Richtung beginnenden Tumorwachstums. Mit Gewissheit hätte eine Anzahl betroffener Patienten erst zu einem späteren Zeitpunkt einen Arzt konsultiert. So-
mit wären ohne Screening diese Erkrankten, über einen längeren Zeitraum verteilt, als Neuerkrankungen erfasst worden.
Führt diese zeitliche Vorwegnahme von Krankheit in dem Zeitraum, in welchem sich eine solche Erfassung im Frühstadium abspielt, zwar zu einer Erhöhung der Rate erfasster Erkrankter, ist dieser Inzidenzanstieg allerdings nur scheinbar, weil dieser das wirkliche Erkrankungsrisiko unberührt lässt. Denn aus Screening-Kampagnen resultieren bekanntlich nur Bestandshäufigkeiten. Um eine echte Zunahme der Neuerkrankungshäufigkeit durch Screening zu belegen, müsste die gleiche Bevölkerungsgruppe in periodischen Abständen untersucht werden.
Unbestritten und zu begrüßen sind Früherkennungs-Aktionen, da mit der Erfassung im Frühstadium der Erkrankung die Heilungschancen erheblich verbessert werden.
Dr. med. A. Schubert, Mecklenburger Allee 22, 17235 Neustrelitz
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