ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2000Berufspolitik: Memorandum

SPEKTRUM: Leserbriefe

Berufspolitik: Memorandum

Dtsch Arztebl 2000; 97(18): A-1179 / B-1014 / C-910

Lembcke, Gerd

Zur Ankündigung des 103. Ärztetags vom 9. bis 12. Mai in Köln:
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LNSLNS . . . Die betroffene, anwachsende Ärzteschaft ist im Vergleich zur Bevölkerungszahl inzwischen zahlenmäßig gewuchert infolge unzulänglich geregelten Studiumzugangs. In den Zeiten vor der einsetzenden Gleichberechtigung der Geschlechter konnten Frauen in Deutschland nicht Medizin studieren. Um als Ärztin tätig sein zu können, wurden ungewöhnli-
che Ausbildungswege außerhalb Deutschlands beschritten. Seit medizinische Kommilitoninnen an deutschen Universitäten zugelassen wurden, nimmt die Zahl auch der Ärztinnen ständig zu. Kriege verlangten vermehrtes Vorhandensein von (Militär-)Ärzten zulasten des zivilen Bereichs; Regierungen waren jedoch durchaus imstande, den Ausgleich zu organisieren.
Die in Deutschland postulierte allgemeine freie Berufswahl lässt dennoch Regelungen des Studienzugangs zu, allerdings ohne die notwendige Berücksichtigung der Anzahl von vorhandenen Ausbildungsmöglichkeiten an den Universitäten mit deren vorklinischen Arbeitsplätzen und nachfolgend auch der klinischen Assistentenstellen für ärztliche Aus- und Weiterbildung.
Maßnahmen des Gesetzgebers, wie beispielsweise die Erfindung des AiP oder auch das vertragsärztliche Tätigkeitsende mit Vollendung des 68. Lebensjahrs, können auf Dauer keine sinnvolle Regulierung einer möglichen Ärzteschwemme sein. Die politisch verursachten Arbeitsparameter für Vertragsärzte könnten deren Tätigkeiten infrage stellen oder sogar unmöglich machen, wenn nämlich Arzthonorare trotz zunehmenden Leistungs- und Investitionsumfangs derart begrenzt werden, dass sowohl die erbrachten Leistungen nicht honoriert werden und außerdem zusätzlich medikamentöse Verordnungen, die den Durchschnitt übersteigen, zu beträchtlichen Regressen führen können . . .
Dr. med. Gerd Lembcke, Oberer Grifflenberg 130, 42119 Wuppertal
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