ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2000Euthanasie-Vorwürfe gegen Jussuf Ibrahim

SPEKTRUM: Nachrichten - Aus Bund und Ländern

Euthanasie-Vorwürfe gegen Jussuf Ibrahim

Dtsch Arztebl 2000; 97(18): A-1186 / B-986 / C-922

EB

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LNSLNS JENA. Künftig wird die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der Friedrich-Schiller-Universität Jena nicht mehr den Namen von Prof. Dr. med. Jussuf Ibrahim tragen. Dies beschloss der Senat der Universität Jena in seiner Sitzung am 18. April, nachdem die Kommission, die zur Überprüfung der Euthanasie-Vorwürfe gegen Ibrahim eingesetzt worden war, die Ergebnisse ihrer Untersuchung vorgelegt hatte (siehe auch DÄ, Heft 14/2000). Danach besteht kein Zweifel mehr, dass der ehemalige Klinikdirektor Ibrahim (1877–1953) nach 1941 aktiv in die nationalsozialistische Kindereuthanasie eingebunden war.
Aufgrund bisher nicht bekannter Archivunterlagen kommt die Kommission zu dem Ergebnis, dass „Ibrahim aus einer grundsätzlich positiven Einstellung zur Rassenhygiene heraus die Tötung schwerstgeschädigter Kinder nicht nur befürwortet, sondern dazu unmittelbar beigetragen hat“. Dokumentiert seien nunmehr sieben Fälle schwerstgeschädigter Kinder, die unter der Verantwortung Ibrahims aus der Jenaer Kinderklinik in die „Kinderfachabteilung“ Stadtroda überwiesen und dort getötet wurden. EB
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