Mit einer neuen Kampagne will das Bundesgesundheitsministerium die Bevölkerung vor dem Winter dazu aufrufen, sich vor dem Coronavirus besser zu schützen und den Impfstatus aufzufrischen. 84 Personen berichten dafür von überstandenen Infektionen oder von Long-COVID-Symptomen.
Um die Pandemie im Herbst und Winter zu bewältigen, hat das Bundesgesundheitsministerium eine neue Kampagne gestartet. Ziel der Aktion „Ich schütze mich“ sei, auf die neuen angepassten Impfstoffe aufmerksam zu machen und Gründe anzuführen, den eigenen Impfschutz zu überprüfen und zu aktualisieren. Insbesondere bei den über 60-Jährigen seien etwa 70 Prozent noch nicht viermal geimpft, erklärte Bundesgesundheitsminister Prof. Dr. Karl Lauterbach (SPD) vergangene Woche vor der Bundespressekonferenz in Berlin.
Für die Kampagne berichten reale Personen aus Deutschland ihre Geschichte, warum sie sich vor COVID-19 schützen. „84 Bürgerinnen und Bürger gehen stellvertretend für 84 Millionen Menschen in Deutschland mit gutem Beispiel voran und schützen sich vor der Pandemie – indem sie ihren Impfschutz aktuell halten, Masken tragen, aufeinander Rücksicht nehmen“, erläuterte Lauterbach.
Die Aktion solle aber auch Long-COVID-Patientinnen und -Patienten eine Stimme geben. Aktuellen Studien zufolge würden etwa fünf bis zehn Prozent der Personen, die COVID-19 hatten, entsprechende Symptome entwickeln, so Lauterbach. Die Kampagne werde über TV, Radio, Zeitungen, aber auch soziale Netzwerke verbreitet. Eine Summe von etwa 32 Millionen Euro sei dem Minister zufolge für die Kampagne veranschlagt. Die kreative Entwicklung habe weitere 700 000 Euro gekostet.
Trotz der derzeit ansteigenden Fallzahlen sei Deutschland gut vorbereitet, betonte der Minister. Es gebe genügend Impfstoffe und Medikamente gegen COVID-19. Gerade die Nutzung von Paxlovid sei in den vergangenen Wochen angestiegen. „Das haben wir erreicht durch eine sehr gute Zusammenarbeit mit den Hausärzten“, so Lauterbach.
Ein Verfall des Medikaments sei Lauterbach zufolge nicht mehr zu erwarten. Gemeinsam mit dem Paul-Ehrlich-Institut sei erreicht worden, dass die Medikamente bis Oktober 2023 haltbar sein werden.
Zudem habe man für diesen Winter einen guten Überblick über das Pandemiegeschehen mithilfe des Pandemie- und des Abwasserradars. Allerdings schätzt Lauterbach, dass es aktuell eine drei- oder viermal so hohe Dunkelziffer bei den COVID-19-Fallzahlen gebe.
Noch nach Monaten Symptome
Zum Start der Kampagne berichtete die Autorin Margarete Stokowski von ihrer Long-COVID-Erkrankung. Sie habe sich im Januar dieses Jahres infiziert und leide seitdem trotz dreifacher Impfung an Long-COVID-Symptomen, darunter starke Kopfschmerzen, Fatigue, Schwindel, Herzrasen oder Konzentrations- und Wortfindungsstörungen. Diese Symptome würden sich zudem auch bei alltäglichen Belastungen wie etwa der Gang zum Supermarkt verschlimmern. „Die Versorgungslage bei Long COVID ist weiterhin sehr schlecht“, kritisierte sie. „Ich habe jetzt seit Anfang des Jahres die Krankheit, und mein erster Termin in der Long-COVID-Sprechstunde in der Charité hier in Berlin ist in der zweiten Novemberhälfte – und das war der frühestmögliche Termin.“ Ihre Krankenkasse wolle sie außerdem zwingen, eine Reha zu beantragen. Für ihr persönliches Krankheitsbild komme dies aber nicht infrage. Charlotte Kurz
Eine systematische Literaturrecherche im Internet:
►http://daebl.de/ER57









Kommentare
Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.