ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2000Care Deutschland: Positive Bilanz der Aktion „Helft Russland“

THEMEN DER ZEIT: Blick ins Ausland

Care Deutschland: Positive Bilanz der Aktion „Helft Russland“

Dtsch Arztebl 2000; 97(18): A-1203 / B-1025 / C-961

Rieser, Sabine

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LNSLNS Die Bundesbürger spendeten 1990
rund 140 Millionen DM. Geholfen
wird damit auch krebskranken Kindern.

Die Arbeit der Hilfsorganisation Care Deutschland e.V., die seit zehn Jahren ein gutes Dutzend kinderonkologische Zentren in Russland und Kasachstan unterstützt, war erfolgreich. Konnten Anfang der 90er-Jahre fünf bis zehn Prozent der erkrankten Kinder geheilt werden, so sind es heute 60 bis 70 Prozent. Darauf hat Willi Erl, Vorsitzender von Care Deutschland, in Berlin hingewiesen. Dort veranstaltete die Hilfsorganisation Mitte April ein deutsch-russisches Ärzte-Symposium zu aktuellen Problemen der Kinderonkologie und -hämatologie mit rund 70 Teilnehmern.
Die Arbeit in den Zentren wird derzeit noch mit Hilfe von 138 Millionen DM finanziert, die Bundesbürger 1990 spendeten. Sie folgten einem Aufruf „Helft Russland“ von Care, ZDF und „Stern“. Mit Hilfe der Spendengelder wurden 600 000
Care-Pakete verteilt und mehr als 200 Krankenhäuser mit Hilfslieferungen versorgt. Außerdem übernahmen 20 „Dentomobile“ die zahnärztliche Grundversorgung auf dem Land.
Als eigentlicher Erfolg gilt aber die Einrichtung und Unterstützung von 13 kinderonkologischen Zentren und einem kinderorthopädischen Reha-Zentrum. Dr. Valentin Gerein, Leiter der Sektion der Pädiatrischen Hämatologie/Onkologie der Klinik für Knochenmarktransplantation und Hämatologie/Onkologie in Idar-Oberstein, berichtete, 1991 sei erkundet worden, in welchen Regionen und Kliniken man am sinnvollsten kinderonkologische Zentren einrichten sollte. Sie wurden 1992 modernisiert und entsprechend ausgestattet. Dann flogen je zwei Ärztinnen und Ärzte zur Fortbildung nach Deutschland. Um den Erfahrungsaustausch und die Qualifikation dauerhaft zu fördern, organisiert Care regelmäßig deutsch-russische Seminare und Kongresse.
In den dreizehn Zentren mit 675 Betten werden heute doppelt so viele Kinder behandelt wie in deutschen kinderonkologischen Spezialabteilungen. Die Kapazität liegt bei 40 bis 80 Betten je Station. Für jährlich rund 1 200 an Krebs erkrankte Kinder finanziert Care die benötigten Medikamente und Geräte, unterstützt die Fortbildung der Ärzte und des medizinischen Personals und fördert Elterninitiativen. Im vergangenen Jahr hat die russische Regierung angekündigt, die Arbeit der onkologischen Zentren durch weitere 38 kleinere Häuser unterstützen zu lassen.
Weil für eine Fortsetzung der Arbeit in den Zentren dennoch Geld fehlt, benötigt Care Spenden. Die Organisation zögert jedoch mit offiziellen Kampagnen, weil sie befürchtet, dass die Bundesbürger derzeit nur ungern für Russland spenden. Die Ärzte baten während des Symposiums jedoch eindringlich darum, ihre Arbeit weiter zu unterstützen (Care Deutschland, Konto 44 0 40, Sparkasse Bonn, BLZ 380 500 00, Stichwort „Kinderkrebshilfe Russland“). Rie
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