ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2000Gesundheitsschutz: Unternehmen der Zukunft beschreitet neue Wege

POLITIK: Aktuell

Gesundheitsschutz: Unternehmen der Zukunft beschreitet neue Wege

Dtsch Arztebl 2000; 97(18): A-1204 / B-1001 / C-935

Richter, Eva A.

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LNSLNS Zahlreiche Unternehmen setzen beim Kampf
um wirtschaftlichen Erfolg auf die Motivation und Gesund­heits­förder­ung ihrer Mitarbeiter.

Motivierte Mitarbeiter und gesundheitsgerechte Arbeitsbedingungen gelten als Voraussetzung, wenn ein Unternehmen in der Zukunft Erfolg haben möchte. Acht große deutsche Unternehmen gründeten kürzlich das Netzwerk „Unternehmen für Gesundheit“. Durch ihren Zusammenschluss wollen die Bertelsmann AG, Deutsche Telekom AG, Deutsche Unilever, Kaufhof Warenhaus AG, REWE-Zentral AG, Siemens AG, SPAR Handelsaktiengesellschaft und die Verlagsgruppe Milchstraße Kino Verlag GmbH die betriebliche Gesund­heits­förder­ung in Deutschland vorantreiben und andere Unternehmen dazu anregen, sich für die Gesundheit ihrer Beschäftigten zu engagieren.
Arbeitsschutz durch Motivation der Mitarbeiter
Die Unternehmen sind überzeugt, dass wirtschaftlicher Erfolg maßgeblich von der Motivation und der Gesundheit der Mitarbeiter abhängt. Dabei fühlt sich das Netzwerk der „Luxemburger Deklaration zur betrieblichen Gesund­heits­förder­ung“ verpflichtet, deren Ziel es ist, Arbeitsorganisation und Arbeitsbedingungen zu verbessern, die Mitarbeiter zu beteiligen sowie die persönlichen Kompetenzen und Gesundheitspotenziale zu stärken. Entwickelt wurde die Deklaration 1997 vom BKK Bundesverband und dem Europäischen Netzwerk für betriebliche Gesund­heits­förder­ung in Kooperation mit der Europäischen Kommission.
Die Unternehmen streben einen regelmäßigen Erfahrungsaustausch an, von dem sie sich Anregungen versprechen, wie die Gesund­heits­förder­ungsstrategien praktisch umgesetzt und weiterentwickelt werden können.
Zu einem Unternehmensziel müsse überall der Arbeitsschutz werden, forderte Dr. Walter Eichendorf, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der gewerblichen Berufsgenossenschaften (HVBG). Weniger Unfälle würden gleichzeitig erhebliche Einsparpotenziale bedeuten. Die Unfallstatistik 1999 weise darauf hin, dass neue Ansätze im Bereich des Arbeitsschutzes erforderlich seien: Der technische Arbeitsschutz sei in Deutschland auf einem sehr hohen Niveau angelangt und daher weitgehend ausgereizt. „BGen und Unternehmen können jetzt durch organisatorische Maßnahmen und vor allem durch Information und Motivation Verhaltens- und Bewusstseinsänderungen bei den Beschäftigten erzielen, damit Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit noch weiter verbessert werden können“, betonte Eichendorf.
Die Zahl der schweren Arbeitsunfälle, die zu neuen Unfallrenten führten, verringerte sich nach Angaben des HVBG 1999 im Vergleich zum Vorjahr um 5,5 Prozent. Auch die Gesamtzahl aller meldepflichtigen Arbeitsunfälle war rückläufig; ein Anstieg wurde allerdings bei den tödlichen Arbeits- und Wegeunfällen registriert. Ausgehend von 1980, habe sich jedoch die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle halbiert. Auch die Zahl der Anzeigen auf Verdacht einer Berufskrankheit ist rückläufig und 1999 wiederum um 1,5 Prozent gesunken. Bei den anerkannten Berufskrankheiten handelt es sich überwiegend um Hauterkrankungen. ER
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