ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2000Die Wissenschaftskarrieren von Frauen

MEDIZIN: Referiert

Die Wissenschaftskarrieren von Frauen

Dtsch Arztebl 2000; 97(18): A-1235 / B-1058 / C-951

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LNSLNS An den amerikanischen medizinischen Fakultäten beginnen mehr Frauen eine wissenschaftliche Laufbahn, als es ihrem Anteil an den Graduiertenzahlen entspricht. Weniger Frauen aber setzen sie in die höheren Ränge der Fakultäten fort. Eine Kohortenstudie der Graduiertenjahrgänge von 1979 bis 1993 zeigt, dass in diesen Jahren insgesamt 634 Frauen mehr als nach ihrem Graduiertenanteil nach zu erwarten, in die Fakultäten als „Assistant Professors“ eingetreten sind (in den USA eine Position zwischen dem wissenschaftlichen Assistenten und dem Lehrbeauftragten an deutschen Fakultäten). Beim Übergang von dieser Stufe zum „Associate Professor“ (vergleichbar mit dem Außerordentlichen Professor) waren es jedoch 355 Frauen weniger als zu erwarten, und den Schritt zum „Full Professor“ taten 46 Frauen weniger als im Verhältnis zur Graduiertenzahl erwartet werden konnte. Immerhin aber ist der Anteil von Frauen in den höheren Rängen der Fakultäten gestiegen: bei den „Associate Professors“ von 13 Prozent 1979 auf 22 Prozent 1997, bei den ordentlichen Professoren von fünf auf zehn Prozent – beide Zahlen sind jedoch niedriger als die Zunahme der Zahl der höherrangigen Fakultätsmitglieder insgesamt. Zahlen über die einzelnen klinischen und nichtklinischen Fächer sind zwar angegeben; sie lassen jedoch, weil sie zu niedrig sind, nicht erkennen, ob es bevorzugte „weibliche“ Fächer gibt. Immerhin ist die Differenz zwischen erwarteten und tatsächlichen Aufstiegen von Frauen in den „großen Fächern“ Gynäkologie und Geburtshilfe und Pädiatrie prozentual am geringsten (mit der Ausnahme HNO:
da ist die Differenz bei insgesamt nur acht Beförderungen von Frauen gleich null). Die Autorin zählt eine Reihe von möglichen Gründen für diese Zählergebnisse auf; keiner von ihnen lässt sich aus den Ergebnissen belegen. Dies nicht zuletzt aus dem Grund, dass keine Angaben darüber vorhanden sind, ob Frauenkarrieren länger dauern als die von Männern oder ob und wie viele der Frauen in der ersten Laufbahnstufe zeitweilig oder ganz aus dem Wissenschaftsbetrieb oder gar aus der Medizin überhaupt „ausgestiegen“ sind. bt
Nonnemaker L: Women physicians in academic medicine. N Engl J Med 342, 2000: 399–405.
Dr. phil. Lynn Nonnemaker, Center for the Assessment and Management of Change in Academic Medicine, Association of Medical Colleges, 2450 N St., Washington, DC 20037/USA. Inonnemaker@aamc.org.

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