ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2000Struma-Screening: Ultraschall oder Palpation?

MEDIZIN: Referiert

Struma-Screening: Ultraschall oder Palpation?

Dtsch Arztebl 2000; 97(18): A-1238 / B-1061 / C-954

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LNSLNS Eine Feldstudie aus Tansania an 224 Schulkindern verglich die Palpation mit der Ultraschalluntersuchung bei der Bestimmung der Schilddrüsengröße und untersuchte die Auswirkung der neuen WHO-Struma-Klassifikation mit nur noch zwei unterschiedlichen Strumagraden. Durch die neue Klassifikation, bei der eine Struma bereits bei palpabler Schilddrüse vorliegt, wurde eine bis zu 33 Prozent höhere Strumainzidenz festgestellt. Allerdings musste die verbesserte Sensitivität von 56 auf 80 Prozent mit einer verringerten Spezifität von 76 auf 29 Prozent erkauft werden. Aufgrund häufiger Abweichungen der Strumaformen von dem postulierten Elipsen-Modell zeigte sich die Ultraschalluntersuchung der Palpation bei der Größenbestimmung nicht überlegen. Die Autoren halten aus Kostengründen die Palpation weiterhin für die Methode der Wahl als Struma-Screening in Dritte-Welt-Ländern. Darüber hinaus plädieren sie für eine Rückkehr zu den alten WHO-Kriterien, die mit geringer Modifikation die Spezifität der Volumenbestimmung auf 90 Prozent erhöhen könnte. acc

Peterson S et al.: Classification of thyroid size by palpation and ultrasonography in field surveys. Lancet 2000; 355: 106–110.
Prof. Hans Rosling, Division of International Health, Dep. of Public Health Sciences, Karolinska Institute, SE-171 76 Stockholm, Schweden.

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