ArchivDeutsches Ärzteblatt30/1996Akupunkturgesellschaften streben Zusatzbezeichnung an

POLITIK: Medizinreport

Akupunkturgesellschaften streben Zusatzbezeichnung an

Leinmüller, Renate

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LNSLNS Die Akupunktur erfreut sich zunehmender Beliebtheit – von Patienten gefordert, fühlen sich immer mehr Ärzte verpflichtet, die uralte Heilmethode zu erlernen. Eine Qualitätskontrolle ist bisher nur insofern vorhanden, als die renommierten Gesellschaften Diplome vergeben – sie können aber den Wildwuchs auf diesem Gebiet nicht kontrollieren. Zum Schutz der Patienten vor Scharlatanen streben die seriösen Verbände in Zusammenarbeit mit der Bundesärztekammer eine offizielle Weiterbildung mit Zusatzbezeichnung an.
Fünf Gesellschaften haben sich inzwischen auf ein Curriculum geeinigt, das eine gute Qualität in der Ausbildung sichern soll; angepaßt an die übrigen europäischen Länder, sieht es 350 Stunden Theorie und Praxis für die offizielle Weiterbildung vor. Bis zur Verabschiedung und Genehmigung der Zusatzbezeichnung durch den Ärztetag und die Umsetzung in den Landesärztekammern werden aber sicher noch zwei Jahre ins Land gehen, schätzt Dr. Walburg Maric-Oehler als 1. Vorsitzende der Deutschen Ärztegesellschaft für Akupunktur (DÄGfA). Die gemeinsamen Vorschläge für eine klare Qualitätssicherung und Kontrollmechanismen werden getragen von der DÄGfA, der Deutschen Gesellschaft für Akupunktur und Neuraltherapie, der Deutschen Akupunkturgesellschaft Düsseldorf, der Societas Medicinae Sinensis und der Forschungsgruppe Akupunktur sowie – als übergeordneter Institution – dem Berufsverband Deutscher Akupunkturärzte. Diese Verbände setzen heute schon eine hohe Qualität in der Ausbildung um.
Seit Januar sieht die Gebührenordnung für Ärzte erstmals auch zwei Ziffern für die Akupunktur vor – allerdings nur für die Schmerztherapie. Bei den gesetzlichen Kassen kann auf Antrag ein Zuschuß genehmigt werden. Prinzipiell bewirkt die Akupunktur – wie alle Regulationstherapien – eine "Normalisierung" bei gestörter Regulation oder aber Grundregulation. Voraussetzung ist allerdings, daß das Regulationssystem des Patienten nicht blockiert oder schwer gestört ist. Dr. Renate Leinmüller

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