Supplement: Praxis Computer

E-Commerce im Gesundheitsmarkt

Dtsch Arztebl 2000; 97(18): [6]

Krüger-Brand, Heike E.

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LNSLNS Große Veränderungen des Gesundheitsmarktes durch das Internet und den E-Commerce stehen nach Ansicht von Experten in den nächsten Jahren bevor. Das betrifft nicht nur die Verfügbarkeit von Informationen rund um das Thema Gesundheit, sondern insbesondere die elektronische Abwicklung von Geschäftsprozessen. Erhebliches Einsparpotenzial liegt dabei für alle Beteiligten im Bereich des elektronischen Beschaffungswesens (E-Procurement). Durch die Integration einmal erfasster Daten in Prozesse und Systeme lassen sich die Logistikkosten – beispielsweise durch den XML-Internet-Standard – erheblich senken. Dies machte die MedInform-Veranstaltung des Bundesfachverbandes Medizinprodukteindustrie e. V., Wiesbaden, zum Thema „Bedeutung von Internet und E-Commerce für den Gesundheitsmarkt“ deutlich.
Prognostiziert wird, dass sich die E-Commerce-Umsätze in den nächsten drei Jahren weit mehr als verzehnfachen werden. Mit E-Commerce wird jede Art geschäftlicher Transaktion bezeichnet, die elektronisch abgewickelt wird. Hierzu gehören der elektronische Ein- und Verkauf, der Betrieb von herstellerunabhängigen Handelsplattformen, aber auch die Präsentation von Informationen im Internet, interaktive Online-Anwenderberatung, die logistische Verzahnung und Informationsportale. Zukunftsträchtig erscheint vor allem der Business-to-Business-Bereich („B2B“, E-Commerce zwischen Geschäftskunden, etwa der Einkauf durch Krankenhäuser und Arztpraxen direkt beim Hersteller), wie Michael Müller von Roland Berger & Partner verdeutlichte. Mehr als 80 Prozent des E-Commerce-Umsatzes würden künftig auf diesen Bereich entfallen. Zahlen aus den USA verdeutlichen, dass der E-Commerce-Umsatz von zurzeit rund 100 Mrd. US-Dollar auf über 1 300 Mrd. US-Dollar im Jahr 2003 steigen wird. Die Plattform-Modelle im Gesundheitsmarkt sind unterschiedlich ausgerichtet:
N „Trader“ sind Händler im Internet (Beispiel: www.praxisline.de), in deren Besitz sich auch die Ware befindet.
N „Broker“ vermitteln Geschäfte zwischen Kunden und Lieferanten (Beispiel: www.poet.de).
N Der „Market-operator“ erstellt elektronische Marktplätze im Internet (Beispiel: www.krankenhausportal.de).
N „Community-builder“ wollen Interessengemeinschaften im Internet schaffen (Beispiel: www.medicity.de, siehe Abbildung).
Viele Unternehmen im Gesundheitsbereich haben sich auf die dynamischen Entwicklungen und Möglichkeiten des Internets noch nicht oder nur unzureichend eingestellt – sichtbar wird dies beispielsweise an den zahlreich vorhandenen schlechten Internet-Auftritten. Für eine gelungene Website ist neben einer sorgfältigen strategischen Planung die klare Zielgruppendefinition wichtig. Weitere Anreize für eine hohe Nutzerfrequenz sind nach Frank Antwerpes von der Antwerpes & Partner AG, Köln, ein Zusatznutzen für den Anwender, die Aktualität (Contentpflege) der Seiten, eine zufrieden stellende Ergonomie (im Hinblick auf Ladegeschwindigkeit, Serverreaktanz, Lesbarkeit, Übersichtlichkeit und Ähnliches), eine einfache Navigation mit flachen Hierarchien und einer editierten Schlagwortsuche sowie eine kontinuierliche Pflege der Seiten, was Layout und Inhalte betrifft. KBr

Informationen: BVMed e. V., Hasengartenstraße 14 c, 65189 Wiesbaden, Telefon: 06 11/9 76 75-0, www.bvmed.de
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