ArchivDeutsches Ärzteblatt3/2023Clinician Scientists: Synthese von Klinik und Forschung

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Clinician Scientists: Synthese von Klinik und Forschung

Richter-Kuhlmann, Eva

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Der Appell der Clinician Scientists ist eindeutig: Wissenschaftliche Exzellenz in Deutschland kann nur gelebt werden, wenn jungen Ärztinnen und Ärzten entsprechende verbindliche Rahmenbedingungen gegeben werden, die flexible Forschungszeitmodelle ebenso wie die Anforderungen verschiedener Fachdisziplinen berücksichtigen.

Foto: Seventyfour/stock.adobe.com
Foto: Seventyfour/stock.adobe.com

Die medizinische Forschung fasziniert Dr. med. Stefanie Deinhardt-Emmer seit Studienzeiten – geändert hat sich das bis heute nicht. Mittlerweile ist die junge Ärztin und Mutter zweier Kinder Advanced Clinician Scientist des Interdisziplinären Zentrums für Klinische Forschung (IZKF) in Jena. Finanziell unterstützt wird ihre Forschungstätigkeit vom Bundesforschungsministerium. „Während meiner Weiterbildung zur Mikrobiologin hatte ich Glück“, berichtet sie im Gespräch mit dem Deutschen Ärzteblatt (DÄ). „Neben meiner klinisch-diagnostischen Arbeit am Institut für Medizinische Mikrobiologie des Universitätsklinikum Jena konnte ich strukturiert im Rahmen eines Clinician Scientist Programms forschen.“

Für viele (noch) ein Spagat

Deinhardt-Emmer untersuchte Lungeninfektionen sowie virale, bakterielle und viral-bakterielle Koinfektionen. Während der Coronapandemie adaptierte sie dann ihre Zellkulturmodelle auf die Infektion mit SARS-CoV-2 und forschte mit der Advanced-Clinician-Scientist-Förderung sogar ein Jahr lang am renommierten Buck-Institut für Altersforschung in Kalifornien, USA, – mit der Familie im Schlepptau. Ihrer guten persönlichen Arbeits- und Forschungsbedingungen ist sich Deinhardt-Emmer bewusst – gleichwohl kennt sie die Sorgen und Nöte vieler anderer forschungsinteressierter Ärztinnen und Ärzte. Denn ärztliche und wissenschaftliche Tätigkeit im Klinikalltag miteinander zu verbinden, scheint oftmals ein nicht zu bewältigender Spagat für viele motivierte Promovierende in der Humanmedizin zu sein.

Hohe Arbeitsbelastung in der Klinik, Dienste, zusätzliche Kurse während der Weiterbildung, private Verpflichtungen, die Betreuung kleiner Kinder – die Reihe der Gründe, die die Motivation und die Begeisterung junger Ärztinnen und Ärzte für die medizinische Forschung abflauen lassen, ist lang. Wer forschen will, muss das nicht selten am Feierabend, in seiner Freizeit, machen, was wiederum auf Kosten der Work-Life-Balance geht – ein Teufelskreis.

Dabei hat gerade erst wieder die Pandemie sehr eindrücklich gezeigt, wie unverzichtbar Ärztinnen und Ärzte sind, die neben ihrer klinischen Tätigkeit auch forschen. Ihnen sowohl eine fundierte Facharztweiterbildung als auch einen verbindlich geschützten Raum für klinische und translationale Forschung zu ermöglichen, ist das Ziel von strukturierten Clinician-Scientist-Programmen (CSP), die sich vor allem in den letzten Jahren zunehmend etablieren.

Stetig steigt bisher die Zahl der Programme (Grafik 1). „Stand heute haben wir an fast allen medizinischen Fakultäten CSP etabliert oder sie werden demnächst anlaufen“, zeigt sich auch der Präsident des Medizinischen Fakultätentages (MFT), Prof. Dr. med. Matthias Frosch, zufrieden. Derzeit existieren mehr als 70 Programme an den deutschen medizinischen Fakultäten (Grafik 2), die gleichzeitig gewisse Standards (entsprechend der Minimaldefinition von CSP durch den MFT von 2020) erfüllen. Dazu gehören beispielsweise eine Mindestlaufzeit von zwei Jahren mit einer Freistellung von klinischen Verpflichtungen von etwa 50 Prozent sowie ein begleitendes Curriculum sowie Mentoringprogramm. Insbesondere habe man in den letzten fünf Jahren sowohl einen sprunghaften Anstieg der Anzahl an Programmen verzeichnen können als auch eine sehr deutliche Zunahme der Anzahl geförderter Personen pro Programm, erläutert Frosch dem . „Die Entwicklung zeigt den großen Bedarf an Unterstützung unseres forschenden ärztlichen Nachwuchses.“

Etablierung von Clinician-Scientist-Programmen (CSP) an medizinischen Fakultäten
Grafik 1
Etablierung von Clinician-Scientist-Programmen (CSP) an medizinischen Fakultäten
Clinician-Scientist-Programme an staatlichen medizinischen Fakultäten, MFT-Umfrage, Stand 2022
Grafik 2
Clinician-Scientist-Programme an staatlichen medizinischen Fakultäten, MFT-Umfrage, Stand 2022

Von den Programmen profitieren jedoch nicht nur die Clinician Scientists selbst. Auch die Universitätsmedizin ist auf innovative Arbeits- und Personalstrukturen angewiesen. „Ein wichtiger Baustein hierfür ist der Auf- und Ausbau von attraktiven Karrierewegen und translationsfördernden Karrierestrukturen“, erklärt dem Dr. phil. Nathalie Huber, die die Geschäftsstelle der BIH Charité Clinician Scientist Programme leitet. „Clinician Scientists sind Translationsgestalter und Innovationsträger“ , betont sie. Die Ausbildung von forschenden Ärztinnen und Ärzten sei gesellschafts- und forschungspolitisch zentral.

Ausgewiesenes Ziel der CSP sei es konkret, die biomedizinische Forschung mit der klinischen Praxis bereits in der Facharztweiterbildung bestmöglich zu verzahnen und so die Attraktivität und Vereinbarkeit von Klinik- und Forschungsaktivitäten zu erhöhen, erläutert PD Dr. med. Angelika Kusch, Wissenschaftliche Mitarbeiterin der BIH Biomedical Innovation Academy.

Doch im Alltag weist diese angestrebte Verzahnung immer noch ihre Tücken auf. Vor allem aber gestaltet sie sich sehr heterogen, wie aus Gesprächen mit verschiedenen Clinician Scientists deutlich wird. Bei jährlichen Clinician-Scientist-Netzwerktreffen tauschen sie mittlerweile ihre Probleme aus. Zu diesen gehörten nicht zuletzt eine geringe Wertschätzung und eine mangelnde Förderung wissenschaftlicher Tätigkeit im Rahmen der Facharztweiterbildung, berichtet Deinhardt-Emmer. Zwar hätten sich durch die CSP in den vergangenen Jahren die Perspektiven für forschende junge Ärztinnen und Ärzte nahezu überall verbessert. „Doch die Anerkennung der Forschungstätigkeit für die Weiterbildung sowie die Umsetzung der Programmstrukturen ist leider immer noch sehr variabel.“

Tatsächlich gibt es in der (Muster-)Weiterbildungsordnung keine generelle Klausel, auf Basis derer Forschungstätigkeit auf die Weiterbildung anerkannt werden kann. Bei der Vergabe des Facharztstatus durch die Landesärztekammern (LÄK) ist in erster Linie die klinische Kompetenz entscheidend. Eine anteilige Anerkennung der Forschungskompetenzen ist jedoch möglich, wenn während der Forschungszeit auch Weiterbildungsinhalte für die angestrebte Qualifikation vermittelt werden. Meist wird dies im Einzelfall überprüft und individuell bewertet.

Die Ärztekammern wollen bei dem Prozess keine „Verhinderungsanstalten“ sein, wie sie seit Jahren betonen. Die hohe Qualität der ärztlichen Weiterbildung müsse aber gleichzeitig gewahrt werden. Dies ist ein Balanceakt. Deshalb lotet seit einigen Jahren ein vom Bundesforschungsministerium initiierter Steuerungskreis zum Thema Clinician Scientist die Möglichkeiten aus, wie sich Forschung und Klinik sinnvoll miteinander verzahnen lassen.

Anerkennung von Forschung

Die regelmäßigen Treffen von MFT, Bundesärztekammer sowie den LÄK tragen erste Früchte, wie die aktuelle Umfrage des MFT zur Etablierung der CSP zeigt, die dem vorliegt. Ihr zufolge existierten im Jahr 2022 mit gut einem Drittel der Landesärztekammern verbindliche Vereinbarungen über die Anerkennung von Forschungszeiten auf die Weiterbildung. An vielen Standorten wurden 2022 nach individueller Prüfung durchschnittlich maximal sechs bis zwölf Monate anerkannt, in Aachen und Essen waren es im Einzelfall 18 Monate. Vereinbarungen über eine regelhafte maximale Anerkennung von Forschungszeiten gibt es beispielsweise in Dresden und Mannheim (maximal zwölf Monate) und in Berlin und Jena (maximal 18 Monate). Luft nach oben gibt es aber noch.

Ärztliches Handeln und klinische Forschung stellen bereits an vielen Universitätskliniken eine Einheit dar. Foto: Seventyfour/stock.adobe.com
Ärztliches Handeln und klinische Forschung stellen bereits an vielen Universitätskliniken eine Einheit dar. Foto: Seventyfour/stock.adobe.com

MFT-Präsident Frosch lobt gegenüber dem einen „anfänglichen Schwung“ bei der Anerkennung von Forschung als ärztliche Tätigkeit auf die Weiterbildung. In jüngster Zeit seien jedoch leider kaum noch weitere Fortschritte zu verzeichnen. „Dabei stellen die Clinician Scientists den eigentlichen Kern dessen dar, was Universitätsmedizin bedeutet: die fruchtbare Verbindung von Forschung, Versorgung und Lehre“, betont er. Bei einigen Ärztekammern bestehe teilweise das Vorurteil, dass es Ärztinnen und Ärzten, die viel Zeit in die Forschung investieren, an klinischen Fertigkeiten und Erfahrungen fehle, bedauert er. „Dies können wir eindeutig entkräften.“ Eine Programmevaluation des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung in Zusammenarbeit mit dem BIH der Charité habe ergeben, dass Clinician Scientists über mindestens genauso viele klinische Schlüsselkompetenzen verfügen wie ihre Kolleginnen und Kollegen. „Sie sind in jeder Hinsicht eine Bereicherung und Stütze für den Klinikbetrieb und unser wertvollstes Kapital für den medizinischen Fortschritt.“

Unterschiede bezüglich der Anerkennung von Forschungszeiten auf die Weiterbildung gibt es nicht nur zwischen den LÄK, sondern auch in Abhängigkeit vom gewählten Fachgebiet. „Im klinischen Alltag lässt sich in einzelnen Fachdisziplinen eine kombinierte klinische und forschende Tätigkeit nicht auf gleiche Art und Weise realisieren wie in anderen“, bestätigt Dr. med. Hans-Michael Tautenhahn, der an Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie des Universitätsklinikums Jena tätig ist. In vielen chirurgischen Fächern könne ein längeres Pausieren von klinischer Tätigkeit wegen einer Forschungsarbeit einen bedeutenden Nachteil für die Weiterbildungszeit darstellen, erklärt der Chirurg, der derzeit im Rahmen des Advanced-Clinician-Scientist-Research-Programms „Else Kröner-Forschungskolleg AntiAge“ gefördert wird.

Nach Tautenhahns Erfahrungen sind die zu erbringenden Operationen eng an die Weiterbildungszeit geknüpft, sodass eine geschützte Forschungszeit fast immer die Weiterbildungszeit verlängere. Zudem kehre man zumeist nicht auf das operative Level zurück, auf dem man in die geschützte Forschungszeit gegangen sei, sondern reihe sich mehrere Stufen darunter neu ein, sagt er. „Eine bevorzugte Weiterbildungsstruktur für die forschenden Ärztinnen und Ärzte, beispielsweise bei der Durchführung operativer Tätigkeiten, würde eine deutliche Verbesserung erzielen“, ist der Chirurg überzeugt.

Wie translationsfördernde wissenschafts- und gesundheitspolitische Förderinitiativen aussehen müssten, analysiert das Institut für Medizinische Soziologie und Rehabilitationswissenschaft der Charité – Universitätsmedizin Berlin. „Die vorliegenden Ergebnisse sind dabei nicht nur für die Weiterentwicklung des Berliner Programms äußerst wertvoll, sondern auch für andere Standorte mit CSP aufschlussreich“, so Dr. pol. Rüdiger Hesse, Koordinator für Programmevaluationen an der BIH Biomedical Innovation Academy.

Impulse für eine erfolgreiche deutschlandweite strukturelle Etablierung von CSP kann auch eine aktuelle Studie zur Implementierung und Etablierung von CSP in der deutschen Universitätsmedizin liefern (siehe Beitrag „CSP: Zwischen Individualität und Standard“ in diesem Heft). „Auf der einen Seite brauchen wir bundesweite Standardisierungen zur Schärfung des Berufsbildes von Clinician Scientists. Auf der anderen Seite soll Raum für die individuelle Ausgestaltungen gegeben sein, um standort- und fachspezifischen Gegebenheiten gerecht zu werden“, meint Studien-Projektleiterin Ramona Lange. Die Ergebnisse fänden bereits Gehör, sagt Lange dem . Sie würden in das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Verbundforschungsprojekt „KETAK: Neue Wege in der Hochschulmedizin. Karriereentwicklung und Translation zwischen Autonomie und Kooperation“ einfließen, das sich mit den Karriere- und Translationsbedingungen in der deutschen Universitätsmedizin befasse. Insgesamt unterstreiche die Studie den Appell zur Verstetigung der strukturierten Programme.

Ungesicherte Finanzierung

Dieser Appell ist nicht nur mit dem Ruf nach Strukturen verbunden, sondern auch nach konstanter Finanzierung. Denn ein Knackpunkt bei der Etablierung und der Verstetigung der CSP ist ein Mangel an finanziellen Mitteln: Die Etats für Forschung und Lehre der Medizinischen Fakultäten sind meist für eine Finanzierung dieser Programme nicht ausreichend ausgestattet. Die Lücken stopfen derzeit Förderprogramme der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) sowie von privaten Stiftungen wie von der Else Kröner-Fresenius-Stiftung, der VolkswagenStiftung, der Dr. Mildred Scheel Stiftung oder der Stiftung Charité. Problematisch könnte es werden, wenn wichtige Drittmittelfinanzierungen in den kommenden Jahren auslaufen – so wie die DFG-Förderung (siehe „3 Fragen an ...“ und nachfolgender Beitrag).

Für die medizinischen Fakultäten bringt dies neue Herausforderungen mit sich: „Alle Standorte streben eine Fortführung ihrer erfolgreich aufgebauten Programme an“, versichert MFT-Präsident Frosch dem . In welchem Umfang eine Finanzierung aus zentralen Mitteln an den Standorten gewährleistet werden könne, sei allerdings vielerorts ungewiss. „Hier brauchen wir die Unterstützung und verbindliche Zusagen durch die Länder.“

Auch viele der jungen Clinician Scientists sehen den finanziellen Druck in der Universitätsmedizin mit Sorge, wie Dr. med. Matthias Mäurer, DFG-geförderter Clinician Scientist an der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie am Universitätsklinikum Jena, dem berichtet. „Die Verstetigung der angestoßenen Programme muss frühzeitig diskutiert werden, um mittels Anschlussfinanzierungen die etablierten Strukturen zu erhalten und weiterzuentwickeln“, fordert ebenfalls Dr. rer. nat. habil. med. Silke Keiner von der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Jena. Nur so könnten Clinician Scientists als wichtiges Bindeglied zwischen Klinik und Forschung fungieren, die Hochschulmedizin fördern und zur Erhaltung und Weiterentwicklung des Wissenschaftsstandortes Deutschland beitragen.

Aufbau von Netzwerken

„Das gemeinsame Ziel der Clinician Scientists ist es, ein Bewusstsein für die Herausforderungen der klinischen Forschung zu schaffen und mittels Netzwerkstrategien gemeinsame Lösungsvorschläge zu etablieren“, betont Dr. med. Irina Mäurer, Advanced Clinician Scientist am Universitätsklinikum Jena.

Deinhardt-Emmer verweist auf die ständige Senatskommission für Grundsatzfragen in der Klinischen Forschung der DFG. Sie habe die große Rolle der klinischen Forschung als unverzichtbaren Teil der ärztlichen Tätigkeit hervorgehoben und betont, dass ärztliches Handeln und klinische Forschung an den Universitätskliniken eine untrennbare Einheit darstellen. Um jedoch den Erfolg der klinischen Forschung zu gewährleisten, müssten besondere Parameter erfüllt sein, mahnt die junge Mikrobiologin. „Es braucht künftig eine breitere Akzeptanz und Wertschätzung der klinischen Forschung durch Kolleginnen und Kollegen“, fordert die junge Ärztin. Es könne nicht sein, dass man sich für seine Forschung entschuldigen müsse und innerhalb des Teams gefühlt in ein „Forschungsfrei“ gehe.

„Die Akzeptanz der Forschung als Teil unserer Arbeit ist für viele Clinician Scientists ein zentrales Anliegen“, erklärt Deinhardt-Emmer. Der Wissenszuwachs müsse als positiv für die gesamte Klinik anerkannt und nicht vorrangig als Belastung für die diensthabenden Kolleginnen und Kollegen gesehen werden. Es müsse eine Klinikkultur etabliert werden, in der die Forschung eine wichtige Rolle im klinischen Alltag einnimmt.

Dr. med. Eva Richter-Kuhlmann

3 Fragen an . . .

Prof. Dr. med. Britta Siegmund, Vizepräsidentin der Deutschen Forschungsgemeinschaft

Foto: Leopoldina
Foto: Leopoldina

Clinician-Scientist-Programme sind vielerorts etabliert. Ist ihre Zukunft gesichert?

Nein, keineswegs. Denn die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Programme laufen nach insgesamt fünfjähriger Förderung aus. Sie waren stets nur als einmaliger Impuls zum Auf- und Ausbau von Clinician-Scientist-Programmen für die Universitätsmedizin gedacht, nie als dauerhaftes Förderprogramm.

Die Universitätsmedizin versucht mit ihren eigenen Mitteln die Programme zu verstetigen. Halten Sie das für ausreichend?

Eine Verstetigung der Programme wird zwar derzeit sowohl von einigen Fakultäten in geringem Umfang aus Eigenmitteln als auch in wenigen Fällen aus begrenzten Mitteln der Länder ermöglicht. Dies muss aber in deutlich größerem Umfang geschehen, um den Bedarf an Talenten in der biomedizinischen Forschung und der forschungsnahen Versorgung verlässlich zu decken.

Wie lassen sich denn die Programme nachhaltig an den Universitäten etablieren?

Bei einer dauerhaften Finanzierung sollte zunächst die jeweils anteilige Tätigkeit in der Krankenversorgung und in der Forschung berücksichtigt werden und somit der klinische Anteil der Weiterbildung auch über die für die Krankenversorgung bereitgestellten Mittel finanziert werden. Die langfristige Finanzierung des wissenschaftlichen Anteils wiederum ist über einen erhöhten Landeszuführungsbetrag an die Medizinischen Fakultäten denkbar, der zusätzlich zu den an den curricularen Normwerten und den Lehrdeputaten orientierten laufenden Mitteln für Lehre und Forschung bereitgestellt werden sollte.

Etablierung von Clinician-Scientist-Programmen (CSP) an medizinischen Fakultäten
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Etablierung von Clinician-Scientist-Programmen (CSP) an medizinischen Fakultäten
Clinician-Scientist-Programme an staatlichen medizinischen Fakultäten, MFT-Umfrage, Stand 2022
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Clinician-Scientist-Programme an staatlichen medizinischen Fakultäten, MFT-Umfrage, Stand 2022

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