ArchivDeutsches Ärzteblatt19/2000Überwachung der Medikation: GKV muss zahlen

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Überwachung der Medikation: GKV muss zahlen

Dtsch Arztebl 2000; 97(19): A-1262 / B-1083 / C-968

afp

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LNSLNS KASSEL. Die gesetzlichen Krankenkassen müssen bei Bedarf auch die Überwachung der Einnahme von Medikamenten bezahlen. Grundsätzlich könnten die Ärzte jede aufgrund einer Krankheit erforderliche Behandlungspflege zulasten der Gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung verordnen, urteilte das Bundessozialgericht (BSG). Damit stoppte es einen Trend der Krankenkassen, sämtliche Pflegeaufgaben an die Pflegeversicherung abzugeben oder stillschweigend auf die Unterstützung des Kranken durch Angehörige zu vertrauen. (Aktenzeichen: B 3 KR 14/99 R)
Im zu entscheidenden Fall kam die 87 Jahre alte Klägerin allein in ihrer Wohnung zurecht, bezog also keine Leistungen der Pflegeversicherung. Allerdings musste sie regelmäßig Medikamente einnehmen, wofür ihr Einsicht und Zuverlässigkeit fehlten. Angehörige, die bereit waren, die Einnahmen der Arzneimittel zu überwachen, hatte sie nicht. Ihr Arzt verordnete deshalb die Kontrolle durch einen Pflegedienst.
Ohne Erfolg argumentierte die Krankenkasse, für diese Aufgabe sei kein qualifiziertes Personal erforderlich. Im Gegensatz etwa zum Messen des Blutdrucks oder des Blutzuckers sei die Kasse daher nicht zuständig. Einen solchen Unterschied zwischen „einfacher und medizinischer Behandlungspflege“ mache das Gesetz nicht, begründete das BSG sein Urteil. Die Kran­ken­ver­siche­rung sei daher für jede Behandlungspflege zuständig, die durch eine Krankheit erforderlich wird. afp

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