ArchivDeutsches Ärzteblatt30/1996Chili schützt den Magen

MEDIZIN: Referiert

Chili schützt den Magen

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LNSLNS Chili steht bei "magenempfindlichen" Patienten auf der Verbotsliste vieler diätetischer Empfehlungen. Das Gegenteil ist offensichtlich richtig: Capsaicin, der aktive Wirkstoff in Chili, schützt die Magenschleimhaut vor aggressiven Noxen. In einer Akutstudie an 20 freiwilligen Probanden, die 20 Gramm Chili in 200 Milligramm Wasser zu sich nahmen, fanden sich nach Einnahme von 600 Milligramm Aspirin deutlich weniger Erosionen als in einer Kontrollgruppe, wenn sechs Stunden später endoskopiert wurde.
In einer retrospektiven Studie an 103 Ulkuspatienten konnte darüber hinaus gezeigt werden, daß die Ulkuspatienten in der Anamnese signifikant weniger Chili zu sich genommen hatten als 87 gesunde Kontrollpersonen. Die unterschiedlichen Ulkusprävalenzen bei der Bevölkerung von Singapur, die sich vorwiegend aus Chinesen, Malayen und Indern zusammensetzt, werden auf differente Ernährungsgewohnheiten, beispielsweise die unterschiedliche Zufuhr von Chili, zurückgeführt und weniger auf genetische Faktoren. w
Yeoh KG, Kang JY, Guan R, Tan CC, Wee A, Teng CH: Chili protects against aspirininduced gastroduodenal mucosal injury in humans. Dig Dis Sci 1995; 40: 580–583
Division of Gastroenterology, Department of Medicine and Department of Pathology, National University Hospital, Singapore 0511
Kang JY, Yeoh KG, Lee HP, Chia YW, Guan R, Yap I: Chili – protective factor against peptic ulcer? Dig Dis Sci 1995; 40: 576–579
Division of Gastroenterology, Lower Kent Ridge Road, Singapore 0511

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