ArchivDeutsches Ärzteblatt19/2000Verzicht auf Patent menschlicher Embryonen

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Verzicht auf Patent menschlicher Embryonen

afp

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LNSLNS MÜNCHEN. Die Universität Edinburgh will auf die umstrittene Patentierung von gentechnisch veränderten menschlichen Embryonen verzichten. Ein Sprecher des zuständigen Europäischen Patentamtes in München sagte, es lägen zwei entsprechende Anträge vor. Danach soll das bisherige Patent ausdrücklich auf nichtmenschliche Lebewesen beschränkt werden. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace nannte den Verzicht einen „Teilerfolg“. Das Europäische Patentamt hatte im Februar zugegeben, der Universität Edinburgh „irrtümlich“ ein Patent erteilt zu haben, das auch die gentechnische Veränderung menschlicher Embryonen umfasst (siehe dazu DÄ, Heft 9/2000).
Greenpeace will trotz der Verzichtserklärung seinen Einspruch gegen das Patent aufrechterhalten. Das geänderte Patent schließe weiter die Verwertung menschlicher Embryonen durch die Entnahme von Gewebe, Zellen und Blut ein. Die Umweltschutzorganisation forderte darüber hinaus eine grundsätzliche Prüfung des Patentrechts. So erteile das Europäische Patentamt weiterhin Patente auf Gene und Gensequenzen des menschlichen Körpers, von Tieren und Pflanzen. Dies sei eine „Perversion des Patentrechts“. Inzwischen hat auch der Wissenschaftsausschuss im Europarat ein Moratorium für die EU-Patentrichtlinie gefordert. afp
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