ArchivDeutsches Ärzteblatt19/2000Ramipril: Antihypertonikum mit protektivem Effekt

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Ramipril: Antihypertonikum mit protektivem Effekt

Dtsch Arztebl 2000; 97(19): A-1321 / B-1105 / C-1033

Hoc, Siegfried

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LNSLNS Anlässlich der Tagung der American Heart Association in Atlanta wurden die bahnbrechenden Ergebnisse aus der HOPE-Studie (Heart Outcomes Prevention Evaluation) mit mehr als 9 000 Patienten vorgestellt. Sie zeigen, dass das Antihypertonikum Ramipril (Delix®), ein potenter ACE-Hemmer, kardiovaskulär bedingte Todesfälle, Schlaganfälle und Nierenversagen bei Diabetikern und anderen Risikopatienten statistisch signifikant zu senken vermag.
Überzeugt äußerte sich Prof. Johannes Mann (München) bei einem Fachpressegespräch der Aventis Pharma in Hamburg über die Tatsache, dass Ramipril besonders älteren Patienten ntzt, da die Substanz das Renin-Angiotensin-System wirkungsvoll inhibiert und gleichzeitig Bradykinin stimuliert. Dadurch werden kardiovaskuläre Ereignisse selbst bei Hochrisikopatienten deutlich reduziert.
Bei Patienten ohne manifesten Diabetes sank das Risiko, einen Diabetes zu entwickeln, um 30 Prozent. Bei Diabetikern wurden diabetische Komplikationen um 17 Prozent reduziert. Allerdings wurden nur Patienten mit Mikroalbuminurie (21 Prozent des Kollektives) und keine Patienten mit ausgeprägter Proteinurie in die HOPE-Studie aufgenommen. Dagegen war eine Gruppe mit Niereninsuffizienz mit Serum-Kreatinin-Werten über 2,3 mg/dl eingeschlossen worden.
Es zeigte sich, dass der Kreatinin-Spiegel linear mit dem Risiko eines späteren kardiovaskulären Ereignisses korreliert. Die HOPE-Studie lehre, dass die Höhe des kardiovaskulären Risikos und die damit einhergehende Einschränkung der Nierenfunktion durch die Gabe des ACE-Hemmers Ramipril gesenkt beziehungsweise gebremst wird, so Mann.
Das Risiko, vorzeitig zu sterben, ist für den Typ-2-Diabetiker und den Infarktpatienten ohne Diabetes vergleichbar hoch. Bei Typ-2-Diabetikern bestehe daher die Indikation zur Sekundärprävention, so Prof. Dietrich Tschöpe (Düsseldorf). Insgesamt sterben 75 Prozent aller Diabetiker an akuten Gefäßkomplikationen.
Bei Typ-2-Diabetikern ist Hypertonie häufig mit Hyperinsulinämie infolge Insulinresistenz vergesellschaftet. In den meisten Fällen wird die Hypertonie vor dem manifesten Diabetes diagnostiziert. Auch die Mikroalbuminurie ist schon davor zu erfassen. Die strenge Assoziation von Albuminurie und kardiovaskulären Risikofaktoren lege nahe, schon im Stadium der Mikroalbuminurie eine gefäßprotektive Therapie mit ACE-Hemmern zu beginnen, selbst wenn der Blutdruck noch im Normbereich liegt, empfahl Tschöpe.
Niedrigere Werte für Diabetiker
Ist der Blutdruck erhöht, ist eine scharfe Blutdrucksenkung indiziert. Eine möglichst normnahe Kontrolle ist auch für erhöhte Blutglukose-Werte und Dyslipoproteinämie angesagt. Unbestritten ist der Nutzen einer zusätzlichen Gabe von Thrombozyten-Aggregationshemmern. Die Verordnung von Ramipril bewirkt nach den Ergebnissen der HOPE-Studie unabhängig von der antihypertensiven Indikation eine signifikante Reduktion der kardiovaskulären Ereignisrate und einen Anstieg der Gesamtüberlebensrate.
Verschiedene Studien der letzten Jahre zeigten, dass hypertone Diabetiker eine bessere Prognose haben, wenn ihr Blutdruck auf Werte von unter 130/80 mm Hg gesenkt wird. Heute gelten diese Werte als Zielblutdruck für hypertone Diabetiker. Läge eine diabetische Nepropathie vor, sollten die Zielblutdruck-Werte noch tiefer gelegt werden, erinnerte Prof. Joachim Schrader (Cloppenburg).
Als antihypertensive Differenzial-Therapie empfiehlt heute die Deutsche Hochdruckliga für Typ-1-Diabetiker die Gabe eines ACE-Hemmers aufgrund des gesicherten nephroprotektiven Effektes. Diese Empfehlung gilt auch für jüngere Typ-2-Diabetiker und für Patienten mit Mikroalbuminurie. Bei älteren Typ-2-Diabetikern muss das antihypertensive Medikament nach den Begleitkrankheiten ausgewählt werden.
Bei rund 75 Prozent der Patienten sind jedoch die neu festgelegten Zielblutdruck-Werte durch eine Monotherapie nicht zu erreichen. Sie benötigen eine Antihypertonika-Kombination, wobei aus Kosten- und Compliance-Gründen eine fixe Kombination bevorzugt werden sollte. Nach den vorliegenden Studien-Daten passen als Kombinationspartner aufgrund ihres Wirkprofils ACE-Hemmer und Calcium-Antagonisten besonders gut zusammen. Daher empfiehlt Schrader die Gabe von Delmunor®, das nachgewiesenermaßen die Nieren schützt. Siegfried Hoc
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