ArchivDeutsches Ärzteblatt20/2000Weiterbildung: Vorschläge

SPEKTRUM: Leserbriefe

Weiterbildung: Vorschläge

Dtsch Arztebl 2000; 97(20): A-1332 / B-1140 / C-1024

Lorenz, Gernot

Zu dem Beitrag „Weiterbildung Allgemeinmedizin: ,Ärzte müssen die Initiative ergreifen‘“ von Dr. med. Jürgen in der Schmitten und Prof. Dr. med. Peter Helmich in Heft 15/2000:
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LNSLNS Die Ärzteschaft sollte einsehen, dass eine qualitativ gute Weiterbildung in der Allgemeinmedizin letztlich ihr insgesamt nützt. Gerade dort, wo sich das ärztliche Selbstverständnis bildet – nämlich an den Fakultäten – , muss aber dieses Fach auch präsent sein. Gerade dort ist in der Weiterbildungsrealität an der Universität die Allgemeinmedizin jedoch nicht vorhanden. Gerade dort gehören möglichst bald vorbildliche Weiterbildungscurricula für Allgemeinärzte eingerichtet – inklusive kleiner Fächer und akademischer Lehrpraxen und mit integrierter Seminarweiterbildung, in der neueste Forschungsergebnisse aus dem Fach aufgegriffen werden. Die Gesamtleitung dieser Weiterbildung, das heißt Organisation und Verantwortung für das „Endprodukt“, müsste dann bei der Abteilung für Allgemeinmedizin liegen. In den jeweiligen Fachabteilungen können Weiterbildungsassistenten während einer strukturierten Rotation mit durchdachter und abgesprochener Arbeitsplatzdefinition von Routineaufgaben entlasten, die Grundprinzipien erfassen und patientenbezogene Erfahrungen sammeln, die auch bereits am nächsten Weiterbildungsplatz zum Tragen kommen.
Überstundenabbau durch Einstellung von AiP und (subventionierten) Assistenten in der Weiterbildung zum Allgemeinarzt macht gerade auch an den Universitätsklinika Sinn – und sollte so auch vom Marburger Bund unterstützt und von den Klinikverwaltungen eingesetzt werden. Aus der Diskussion und wissenschaftlichen Evaluation des Aus- und Weiterbildungsganges einerseits und aus der wissenschaftlichen Bearbeitung der Probleme wie Langzeitbetreuung chronisch Kranker, Pharmaforschung und Praxisführung andererseits wird das wissenschaftliche Profil des Faches in den Fakultäten endlich evident werden . . .
Prof. Dr. med. Gernot Lorenz, Eberhard-Karls-Universität Tübingen, Lehrbereich Allgemeinmedizin, Keplerstraße 15, 72064 Tübingen
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