ArchivDeutsches Ärzteblatt20/2000Mangelernährung: Neue Tätigkeitsfelder erschließen

SPEKTRUM: Leserbriefe

Mangelernährung: Neue Tätigkeitsfelder erschließen

Dtsch Arztebl 2000; 97(20): A-1336 / B-1116 / C-1044

Dormann, Arno J.

Zu dem Beitrag „Mangelernährung – ein zunehmendes Problem“ von Prof. Dr. med. Peter Schauder in Heft 7/2000:
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LNSLNS Schauder et al. präsentieren Ergebnisse zur Prävalenz (3 bis 20 Prozent) der Mangelernährung. In einer eigenen repräsentativen Umfrage bei 47 Ernährungsteams der BRD, welche die Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) und die Projektgruppe Klinische Ernährung (PROKER) durchgeführt haben, wurde die Prävalenz der Mangelernährung auf circa 15 Prozent geschätzt. Nur 19 Prozent aller befragten Kliniken erfassen den Ernährungsstatus regelhaft. Dies ist Folge zu geringer personeller Ressourcen. Es besteht Handlungsbedarf, der zukünftig durch Daten gestützt wird.
Die klinische Bedeutung der Mangelernährung hat in der BRD dazu geführt, dass sich vereinzelt (circa zwei Prozent der Kliniken) Ernährungsteams entwickelten, die meist durch einen Oberarzt geleitet werden. In der Regel wird der Kollege zu umfangreichen klinischen Tätigkeiten herangezogen und kann nur < 5 St./Woche aufwenden, um den Belangen des Teams gerecht zu werden. Die Betreuung eines Ernährungsteams erfordert eine konsequente ärztliche Präsenz.
Hier ist der Ansatz, neue Tätigkeitsfelder für Ärzte zu erschließen. Voraussetzung ist die Anerkennung eines Befähigungsnachweises „Klinische Ernährungstherapie“. Weitere Erhebungen zum Stellenwert der Mangelernährung und die Erarbeitung von Ausbildungsprogrammen sollten zusammen mit den Fachgesellschaften initiiert werden. Nur so kann auch in der BRD eine anerkannte Fachweiterbildung etabliert und dem Problem der Mangelernährung wirkungsvoll begegnet werden.
Dr. med. Arno J. Dormann im Namen von vier weiteren Kollegen, Institut für Ernährungmedizin, Klinikum Minden, Friedrichstraße 17, 32427 Minden
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