ArchivDeutsches Ärzteblatt20/2000Richtlinien schließen HIV-Infizierte nicht von Transplantationen aus

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Richtlinien schließen HIV-Infizierte nicht von Transplantationen aus

AE

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LNSLNS BERLIN. HIV-Infizierte werden durch die Richtlinien der Bundesärztekammer (BÄK) zur Organtransplantation nicht generell von Organübertragungen ausgeschlossen. Diese Auffassung vertritt die Bundesregierung in ihrer Antwort auf eine Anfrage der PDS-Fraktion im Bundestag.
Die in den BÄK-Richtlinien enthaltenen Kriterien regeln die Aufnahme von Patienten, die eine Organtransplantation brauchen, in Wartelisten. Eine Infektion mit HIV ist als ein Grund genannt, die Aufnahme in eine solche Liste abzulehnen. Allerdings „bedeuten diese Richtlinien keine starre Regelung“, heißt es in der Antwort der Bundesregierung, denn es werde „darauf hingewiesen, dass stets der körperliche und seelische Gesamtzustand des Patienten gewürdigt werden soll“.
Dass die BÄK eine HIV-Infektion bei derzeitigem medizinischen Kenntnisstand als Grund für die Nichtaufnahme in eine Warteliste ansehe, hält die Regierung für nachvollziehbar: „Es geht primär um den Schutz des HIV-infizierten Patienten selbst, dessen Krankheitsverlauf durch die wegen der Übertragung eines fremden Organs unausweichlich notwendige Immunsuppression negativ beeinflusst würde.“ Dies dürfte zudem die Erfolgsaussicht der Transplantation infrage stellen. AE

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