ArchivDeutsches Ärzteblatt30/1996„Wenn Lucy springt„: Ein modernes Märchen

VARIA: Feuilleton

„Wenn Lucy springt„: Ein modernes Märchen

Klinkhammer, Gisela

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LNSLNSLNSLNS Mit durchaus gemischten Gefühlen schaut die Psychotherapeutin Lucy Ackerman (Sarah Jessica Parker) ihrem 30. Geburtstag entgegen. Denn genau an diesem Tag will sie von der Brooklyn Bridge springen, wenn sie bis dahin nicht die große Liebe ihres Lebens gefunden hat. Und es gelingt ihr, ihren Mitbewohner, den Maler und Lehrer Joe MacGonaughgill (Eric Schaeffer), daran zu erinnern, daß er vor Jahren geschworen hat, diesen Sprung mit ihr gemeinsam zu unternehmen.
Angesichts des sich nähernden Termins – vier Wochen Zeit haben sie noch – ergreifen beide endlich die Initiative: Joe findet den Mut, seine attraktive Nachbarin (Elle Macpherson), die er schon seit Jahren anhimmelt, endlich anzusprechen, und Lucy lernt den gleichermaßen verrückten wie charmanten Künstler Bwick Elias (Ben Stiller) kennen. Doch beide sind von ihrer Wahl nicht so recht überzeugt. Lucy erkennt, daß Bwick vornehmlich nach dem Motto "mehr Schein als Sein" lebt, und Joe, daß er jahrelang nur ein Traumbild und nicht eine wirkliche Frau verehrt hat. Auf der Brooklyn Bridge treffen Lucy und Joe dann schließlich eine Entscheidung . . .
Der Regisseur und Hauptdarsteller Eric Schaeffer hat diese Geschichte (jedenfalls teilweise) selbst erlebt: "Da gab es tatsächlich auf der gegenüberliegenden Straßenseite eine Frau, die ich ständig beobachtet habe. Ich finde, es ist eine wunderbar romantische Geschichte, wenn sich jemand in eine Person verliebt, die gegenüber wohnt", sagte er. Daß in New York Tausende von Menschen in so unmittelbarer Nachbarschaft leben, jeder mit seinem eigenen Schicksal, faszinierte Schaeffer zusätzlich. Die Geschichte setzt sich mit typischen Problemen junger Menschen in den 90er Jahren auseinander. Es geht um berufliche Sorgen, die Anonymität in der Großstadt und den Konflikt mit Eltern. Doch wäre es völlig verfehlt, "Wenn Lucy springt" in die Gattung der Problemfilme einzuordnen. Vielmehr ist der Streifen ein romanti-scher Liebesfilm, ein modernes Märchen, bei dem das Ende schon ziemlich schnell vorhersehbar ist. Für diese fehlende Spannung wird der Zuschauer jedoch mehr als entschädigt durch die zahlreichen komischen Szenen, die überzeugende darstellerische Leistung der Schauspieler und nicht zuletzt durch die beeindruckenden Bilder von einem winterlichen New York.
Der Film ist am 11. Juli in den deutschen Kinos angelaufen. Kli
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