ArchivDeutsches Ärzteblatt20/2000Gutmütiger Bär verprügelt Ärzte

VARIA: Post scriptum

Gutmütiger Bär verprügelt Ärzte

Dtsch Arztebl 2000; 97(20): [68]

Pfleger, Helmut

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LNSLNS Traditionell gehen dem Deutschen Ärzteturnier am Vorabend Simultanveranstaltungen voraus. Neben mir selbst wird dabei jeweils ein anderer Großmeister geladen, diesmal war es der deutsche Spitzenspieler Artur Jussupow.
In seiner besten Zeit war Artur hinter Kasparow und Karpow die Nr. 3 in der Welt, mehrfach auf dem Sprung ins WM-Finale, doch leider sprang er immer zu kurz. Hat Artur einmal die Initiative, so ist er fürchterlich (ich weiß, wovon ich spreche!), doch mehr noch zeichnet ihn sein „Sitzfleisch“ (übrigens ein Lehnwort im Russischen, wie Zeitnot, Mittelspiel, Endspiel usw.) aus. Wehe, wenn der „russische Bär“ Kampfhaltung einnimmt und sein „mächtiges, von rötlich-wallendem Haar umrahmtes Haupt“ (SZ) in die Fäuste stützt – stundein, stundaus.
Vor vielen Jahren kam es in Moskau zum Kampf um den Europa-Cup zwischen ZSKA Moskau und Bayern München, wobei ich am Spitzenbrett das (Miss-) Vergnügen mit Artur hatte. Nachdem er mich in der ersten Partie verprügelt hatte (s. o.), war der „Bär“ in der zweiten besänftigt und entließ mich mit einem Remis.
Wer hätte damals ahnen können, dass er Jahre später selbst am Spitzenbrett von Bayern München spielen sollte?! Mit seiner Hilfe gewann Bayern alle Titel, die es zu erringen galt, sodass der Pressesprecher des Vereins sogar stolz verkündete: „Bayern hat es nicht nur in den Füßen, sondern sogar im Kopf.“ Nachdem dann allerdings Franz Beckenbauer befand, dass man die „Klötzchenschieber nicht brauche“, ist zu befürchten, dass sie es in besagtem Körperteil nicht mehr haben. Wobei zugegebenermaßen die bayerischen Füße lukrativer sind. Es muss an Arturs Gutmütigkeit liegen, dass er trotzdem noch Anhänger von Bayern München ist.
Beim Simultan gegen 36 Ärzte gab es für ihn manch knifflige Situation.
Die Reihen hatten sich schon gelichtet, als Prof. Dr. Zierott vor dieser Stellung gegen seinen großen Gegner saß – Jussupow tauchte also immer schneller wieder vor ihm auf. Schließlich ging die Partie nach subtilen Manövern des Großmeisters auch verloren, doch hier hätte der Mediziner als Schwarzer am Zug Remis erzwingen können (was Jussupow unmittelbar nach Ende der Partie zeigte). Wie?

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