ArchivDeutsches Ärzteblatt21/2000Augenärzte: Richtigstellung

SPEKTRUM: Leserbriefe

Augenärzte: Richtigstellung

Dtsch Arztebl 2000; 97(21): A-1414 / B-1200 / C-1128

Wenzel, M.

Zu dem „Seite eins“-Beitrag „Schlimm genug“ von Dr. Thomas Gerst in Heft 16/2000:
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Die Zugabe von Gentamicin in Infusionslösungen bei der Kataraktchirurgie erfolgt, wie eine deutsche und mehrere amerikanische Umfragen belegt haben, von nur circa einem Drittel der operierenden Kollegen.
Diese Kollegen geben zu, dass sie es ohne wissenschaftliche Legitimation tun, da experimentelle wie auch klinische Studien die Wirkungslosigkeit bis hin zur Schädlichkeit eines derartigen Einsatzes nahe legen. So hat das Präparat auch keine offizielle Zulassung zur prophylaktischen Beigabe in ophthalmochirurgische Infusionslösungen. Die Anwendung erfolgt oft aus der leider nun doch begründeten Angst vor ungerechtfertigten Pressekampagnen.
Das „Schlimme“ an der in Frage gestellten Studie ist, dass auf eine staatsanwaltschaftliche Untersuchung hin die Presse glaubt, dem Urteil der Richter vorgreifen zu können und ein ärztliches Handeln ohne ausreichende Hintergrundinformationen verurteilen zu dürfen. Wir Ärzte dürfen aber eine fachlich begründete Verurteilung von Kollegen nicht der Presse überlassen.
Prof. Dr. med. M. Wenzel, Deutschsprachige Gesellschaft für Intraokularlinsen-Implantation und refraktive Chirurgie, Universitäts-Augenklinik Aachen, Pauwelsstraße 30, 52074 Aachen
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema