ArchivDeutsches Ärzteblatt22/2000Medikamente: Ungewöhnlich

SPEKTRUM: Leserbriefe

Medikamente: Ungewöhnlich

Dtsch Arztebl 2000; 97(22): A-1495 / B-1275 / C-1173

Bantz, Stephen

Zur Medikamenten-Indikation nach Beipackzetteln:
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS . . Deutsche Beipackzettel (trotz Länder-abhängiger Länge) beziehungsweise die Rote Liste sind international ungewöhnlich bezüglich:
der Verwendung von Firmennamen anstatt Substanznamen,
fehlender Beschreibung des Wirkungsmechanismus; somit wird für zeitlich überforderte Kliniker eine der letzten Möglichkeiten genommen, sich nicht nach „Medikamenten-Namen gegen Diagnose-Namen“ zu richten, und
mangelnden Vergleichs zwischen der Häufigkeit von Nebenwirkungen eines Medikaments und eines Placebos. Demnach werden viele potenziell hilfreiche Medikamente (nach Lesen des Beipackzettels) von „verständlich empörten“ Patienten direkt in den Mülleimer geschmissen, was nur für den Umsatz der Pharmaindustrie vorteilhaft sein dürfte. Der Patient sucht einen „besseren“ Arzt, dem Vorgänger fehlt jegliche Rückkoppelung, wobei der Nachfolger ebenso unvorbereitet dasteht. Es entstehen unnötige Kosten.
Unser oberstes Gebot ist es nicht, unseren konservativen Ruf zu schützen, sondern im informiertesten Interesse unserer Patienten zu handeln. Sollte dem Arzt keine entsprechende Literatur vorliegen, genügt ein Anruf beim Hersteller (Rote Liste), der sie unverzüglich senden oder faxen wird (sowie Musterpräparate). Am informativsten sind die wissenschaftlichen Abstracts (Medline/DIMDI), die einen schnellen, neutralen Überblick vermitteln. Diese können auch vom Hersteller verlangt werden, Zusammenfassungen von unabhängigen Pharmakologen sind auch in deutscher Sprache erhältlich . . .
Dr. Stephen Bantz, Klinikum Passauer-Wolf, Leither 41 a,
94086 Bad Griesbach
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema