ArchivDeutsches Ärzteblatt30/1996PKV: Weiterhin starke Kostensteigerung

VARIA: Wirtschaft - Versicherungen

PKV: Weiterhin starke Kostensteigerung

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LNSLNS Die Ausgaben je Versicherten sind in der Privaten Kran­ken­ver­siche­rung (PKV) im vergangenen Jahr um 4,9 Prozent gegen-über dem Vorjahr gestiegen (GKV: + 4,3 Prozent je Mitglied). Neben den allgemeinen Kostensteigerungen im Gesundheitswesen hätten die PKV auch Auswirkungen des Gesundheitsstrukturgesetzes getroffen, schreibt der Verband der Privaten Kran­ken­ver­siche­rung im Rechenschaftsbericht 1995. So seien in der Zahntechnik Kostendämpfungsmaßnahmen im GKV-Bereich durch höhere Preise bei Privatpatienten kompensiert worden.


Geringes Wachstum
In der Hauptversicherungsart der privaten Kran­ken­ver­siche­rung, der Krankheitskostenversicherung, stieg der Bestand 1995 nur geringfügig. Er umfaßte zum Jahresende 6,994 Millionen Personen. Der Nettozuwachs betrug lediglich 11 000 Versicherte. "Die PKV hat damit ihren Marktanteil halten können. Daß ihr im Unterschied zu früheren Jahren keine Ausweitung gelungen ist, liegt sicher auch daran, daß die Zahl der Angestellten mit einem Einkommen oberhalb der Bemessungsgrenze gesunken ist", urteilt der Verband.
Um 61 000 auf 4,27 Millionen Personen ist die Zahl der GKV-Versicherten gesunken, die sich zusätzlich für Wahlleistungen im Krankenhaus entschieden haben. Für den Rückgang um 1,4 Prozent sei auch entscheidend, daß die Angemessenheit von Preis und Leistungen im Wahlleistungsbereich in einigen Krankenhäusern nicht mehr erkennbar sei.
1,404 Millionen Personen haben ergänzend zu ihrem GKV-Schutz im ambulanten Bereich eine private Zusatzversicherung abgeschlossen. Dies bedeutet einen Zuwachs von 317 000 Personen. Mit dieser Versicherungsart, dem Beitragsvolumen nach unbedeutend für die PKV, werden gezielt Lücken im Versicherungsschutz der GKV geschlossen. Der Bestand in der Krankentagegeldversicherung hat sich um 22 600 auf 2,025 Millionen Personen erhöht.
In der Pflegezusatzversicherung konnte ein Anstieg von 61 000 Versicherten (19,3 Prozent) auf 376 900 Personen verzeichnet werden. Viele Kunden hätten aber ihre ursprünglich freiwillige Pflegeversicherung in die Pflegepflichtversicherung umgewandelt, wird im Rechenschaftsbericht festgestellt. 1995 wurde die Pflegeversicherung eingeführt. Insgesamt waren Ende 1995 rund 7,988 Millionen Personen privat pflegeversichert. Neben den privat vollversicherten Personen sind in dieser Zahl auch die Versicherten der Postbeamtenkrankenkasse und der Krankenversorgung der Bundesbahnbeamten enthalten, die den Pflegeschutz obligatorisch in der PKV haben.
Die Beitragseinnahmen betrugen 1995 einschließlich Nebenleistungen, aber ohne Einmalbeträge aus der Rückstellung für Beitragsrückerstattungen in der Kran­ken­ver­siche­rung rund 29,6 Milliarden DM und in der Pflegeversicherung rund 2,5 Milliarden DM. Insgesamt beliefen sich damit die Beitragseinnahmen auf rund 32,1 Milliarden DM. Die Zunahme in der Kran­ken­ver­siche­rung betrug rund 1 310 Millionen DM beziehungsweise rund 4,6 Prozent (Vorjahr: 9,9 Prozent). Neben der Erhöhung des Versichertenbestandes in der Krankheitskostenvollversicherung haben die Beitragserhöhungen zu dem Anstieg beigetragen. Zusammen mit der Pflegepflichtversicherung betrug die Erhöhung rund 13,6 Prozent.
Die Leistungen sind einschließlich der Beitragsrückerstattung auf rund 22,7 Milliarden DM und damit um rund 910 Millionen DM beziehungsweise rund 4,3 Prozent gegenüber 1994 gestiegen. Betrachtet man die reinen Versicherungsleistungen (einschließlich der Schadensregulierungskosten), so ergab sich ein Anstieg von 5,2 Prozent auf über 20,7 Milliarden DM. Der Grund für diese Steigerung liege im allgemeinen Anstieg der Kosten im Gesundheitswesen und im Bestandszuwachs.
Über die Leistungsausgaben in der Pflegepflichtversicherung liegen nach Angaben des PKV-Verbandes noch keine genauen Angaben vor. Bei der Leistungsgewährung hat es aufgrund der Begutachtung der Pflegefälle im Jahr 1995 zunächst einen Rückstau gegeben. Zum Teil werden die Leistungen für 1995 erst 1996 zum Tragen kommen. WZ

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