ArchivDeutsches Ärzteblatt22/2000Konservative Behandlung eingewachsener Zehennägel mit Nagel-Korrekturspangen

MEDIZIN: Referiert

Konservative Behandlung eingewachsener Zehennägel mit Nagel-Korrekturspangen

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LNSLNS Eingewachsene Zehennägel sind eine häufige und für die betroffenen Patienten sehr beeinträchtigende Störung. Ein großer Teil der Patienten wird operativ behandelt, in der Dermatologie heute bevorzugt nach der von Haneke beschriebenen Methode, der isolierten lateralen Matrixentfernung durch Resektion oder Phenolverödung. Bei den meisten Patienten mit Unguis incarnatus und Paronychie wäre die Behandlung mit Nagelkorrekturspangen eine brauchbare Alternative zur Operation. Technik und Erfolgsaussichten der Anwendung von Nagelkorrekturspangen bei eingewachsenen Nägeln – derzeit eine Domäne professionell arbeitender Fußpflegerinnen und Fußpfleger – sind den wenigsten Ärzten bekannt. Dabei ist die Spangentechnik in ihren Ergebnissen der Operation durchaus vergleichbar. Sie hat zudem den Vorteil, dass der Patient nach Anlegen einer geeigneten Spange infolge Druckentlastung sofort Schmerzlinderung spürt, meist normale Schuhe tragen kann und, wenn er berufstätig ist, ohne Unterbrechung arbeitsfähig bleibt. Hinzuweisen ist in diesem Zusammenhang auf die Resultate einer vergleichenden prospektiven Studie aus der Chirurgischen Universitätsklinik Erlangen. Dabei wurden bei 20 mit einer Emmert-Plastik operierten Patienten und 21 mit der Spange behandelten Patienten Verlauf und Rezidivraten, Schmerzempfinden, Behinderung und Therapiedauer verglichen. Rezidive wurden hier bei drei operierten und vier Spangenpatienten beobachtet. Im Patientenstamm des Autors liegt die Rezidivquote bei etwa 1 500 behandelten Fällen unter einem Prozent. Die Angaben über die Schmerzintensität, beurteilt anhand einer linearen analogen Schmerzskala, zeigte in der Gruppe der Spangenpatienten (Schmerzen beim Setzen der Spange und danach), deutlich geringere Werte als in der OP-Gruppe (postoperative Schmerzen). Gebrauch von Schmerzmitteln wurde von sieben operierten Patienten angegeben. Die Spangenpatienten benötigten ausnahmslos keine Schmerzmittel. Zu therapiebedingter Arbeitsunfähigkeit mit einer durchschnittlichen Dauer von 14,2 Tagen kam es in der OP-Gruppe bei 10 von 12 in einem Arbeitsverhältnis stehenden Patienten. Von den 8 arbeitenden Spangenpatienten hatte keiner einen Arbeitsausfall. Die Therapiedauer war in der mit Spangen behandelten Gruppe mit durchschnittlich 77,3 Tagen um etwa das Dreifache länger als bei den operierten Patienten. Trotzdem liegen unter Berücksichtigung der postoperativen Arbeitsausfälle die geschätzten volkswirtschaftlichen Gesamtkosten bei den Spangenpatienten um etwa 75 Prozent niedriger als in der OP-Gruppe. Die Anzahl der Konsultationen war trotz der längeren Behandlungsdauer der Spangenpatienten nicht höher als in der OP-Gruppe. Sco

Scholz N, Harrer J, Schneider I: Die konservative Behandlung eingewachsener Zehennägel mit Nagel-Korrekturspangen. Erfahrungen in einer ärztlichen Praxis. In: Akt Dermatologie 1999; 25: 340–345.
Dr. med. Norbert Scholz, Neusser Straße 28, 47798 Krefeld.

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