ArchivDeutsches Ärzteblatt23/2000Erfolgshonorar: Denkverbot

SPEKTRUM: Leserbriefe

Erfolgshonorar: Denkverbot

Dtsch Arztebl 2000; 97(23): A-1558 / B-1310 / C-1226

Reichel, Harold F.

Zu dem „Seite eins“-Beitrag „Viel Lärm um nichts“ von Dr. Thomas Gerst in Heft 18/2000:
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LNSLNS Man mag von dem Vorschlag des Herrn Rebscher ja halten, was man will. Eines hat er erfreulicherweise jedenfalls bewirkt: Es ist wieder einmal in aller Deutlichkeit das Denk- und Diskussionsklima in Deutschland und insbesondere in unserem Gesundheitswesen zutage getreten . . .
Unabhängig von der Sachdiskussion: Was mich besorgt und verärgert, ist die Art und Weise, wie mit missliebigen, unbequemen Gedanken in diesem Lande umgegangen wird. Die allseitigen Reaktionen waren weiter nichts als Unterstellungen und Draufhauen, um mundtot zu machen. Keine konstruktiven Gegenvorschläge, keine sachliche Diskussion. Mein Vorschlag: Wenn wieder mal jemand eine Idee hat, wie man dem Gesundheitswesen aus der Patsche helfen könnte, und den Mut hat, sie auch noch laut zu sagen (und angesichts der gerade beschriebenen Vorgänge wird das immer seltener der Fall sein), dann soll er das tun und dann eine Woche verreisen. Und alle anderen denken schweigend bis zur Rückkehr des Urhebers nach und äußern sich dann dazu. Das Wechselspiel von Vorschlag und Totschlag mit der Waffe der Unterstellung jedenfalls wird dazu führen, dass keiner mehr laut nachdenkt und dass die Karre dann ganz sicher am Baum landet.
Harold F. Reichel, Waldstraße 8 b, 15755 Tornow
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