ArchivDeutsches Ärzteblatt23/2000Kinderpsychiatrie: Anmerkungen

SPEKTRUM: Leserbriefe

Kinderpsychiatrie: Anmerkungen

Martinius, J.

Zu dem Beitrag „Psychisch kranke Kinder und Jugendliche: Stiefkinder des Gesundheitssystems?“ von Dr. Peter Pohl in Heft 16/2000:
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LNSLNS Es ist zu begrüßen, wenn einmal mehr auf den Nachholbedarf in der fachspezifischen kinder- und jugendpsychiatrischen und psychotherapeutischen Versorgung psychisch kranker Kinder aufmerksam gemacht wird. Darüber hinaus verdient der Aufsatz einige erklärende Anmerkungen:
- Die Versorgung psychisch kranker Kinder und Jugendlicher unterliegt ständigen Veränderungen und Entwicklungen. Das ambulante und teilstationäre fachspezifische Angebot wächst und erfüllt so die Einsicht, Kinder familiennah zu versorgen und gegebenenfalls stationäre Behandlungen zu ersetzen. Viele seelisch behinderte Kinder können in enger Zusammenarbeit von Kinderpsychiatrie und Jugendhilfe versorgt werden.
- Defizite in der stationären kinder- und jugendpsychiatrischen Versorgung sind noch vorhanden, jedoch nicht so erheblich, wie der Autor es aufgrund einer für diesen Zweck wenig geeigneten Diagnosestatistik glauben machen will.
- Liest man die letzten Sätze des Artikels genau, so erkennt man dort die Forderung, auf der Basis des Psychotherapeutengesetzes das „monopolistische“ (ärztliche) Angebot durch stationäre und teilstationäre, psychologisch geführte Modelleinrichtungen zu ergänzen. Darin liegt eine Fehlinterpretation der gesetzlichen Vorgaben und die Absicht, die fachspezifische ärztliche Versorgung gerade dort zu verdrängen, wo sie am meisten benötigt wird.
Prof. Dr. med. J. Martinius, Institut für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Klinikum Innenstadt, Nußbaumstraße 7, 80336 München

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