ArchivDeutsches Ärzteblatt23/2000Psychotherapie: Wer hat die Musik bestellt?

SPEKTRUM: Leserbriefe

Psychotherapie: Wer hat die Musik bestellt?

Dtsch Arztebl 2000; 97(23): A-1562 / B-1222

Lechner, Helga

Zu dem Beitrag „Wer die Musik bestellt, muss sie auch bezahlen“ von Petra Bühring in Heft 19/2000:
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LNSLNS „Wer die Musik bestellt, muss sie auch bezahlen.“ – Dieser Aussage stimme ich zu. Jede Kasse sollte für jede genehmigte Psychotherapiestunde mindestens 145 DM an die KV in einen eige-
nen Psychotherapietopf abführen, zusätzlich zur „medizinischen Kopfpauschale“.
Aber wer hat die Musik bestellt für die bisher im
Erstattungsverfahren tätigen Kolleginnen und Kollegen, die bis 1999 noch Teilanstellungen hatten und die Halbtagsstelle kündigen mussten, weil sie sonst nicht zugelassen wurden. Ich denke, hier hat die KV(NO) die Musik bestellt. Ich glaube zwar nicht, dass diese Kollegen für die „Zunahme der Psychotherapie“ verantwortlich zu machen sind, denn nach meiner Information sind alle Gelder, die vor dem In-Kraft-Treten des PTG im Erstattungsverfahren von den Kassen ausgegeben wurden, ab 1999 an die KV abgeführt worden (so sagen es zumindest die Kassen, und ich muss es ihnen glauben). Für mich heißt das auch, das Geld der Nicht-Richtlinientherapeuten, die keine KV-Zulassung erhalten haben oder die noch nicht zugelassen sind, weil sie die Halbtagsstellung nicht aufgeben konnten oder wollten, ist in das KV-System geflossen. Die Pauschalaussage einiger, wie ich hoffe uninformierter Ärzte, die Ärzte müssten von ihren nun auch knapper werdenden Geldern uns Psychotherapeuten auch noch stützen, halte ich für einseitig und problematisch, weil dadurch die Integration unserer Berufsgruppe in die KV „unbewusst/absichtlich?“ verhindert wird.
Auch ich sehe mit großer Sorge die GKV-Gesundheitsreform 2000 und unterstütze alle ihre organmedizinisch nötigen Forderungen: alles für den Patienten Machbare (nach neuestem Stand der Wissenschaft) zu tun und einer Entwicklung entgegenzuwirken, in der nur noch Anspruch auf organische und psychische Gesundheit hat, wer Geld hat, das heißt zuzahlen kann.
Helga Lechner, Dipl.-Psych., Gohrerberg 34, 41469 Neuss
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