ArchivDÄ-TitelSupplement: PRAXiSPraxis Computer 3/2000Digitale „LOVE-Parade“: Bonbon von der Straße

Supplement: Praxis Computer

Digitale „LOVE-Parade“: Bonbon von der Straße

Dtsch Arztebl 2000; 97(23): [1]

Krüger-Brand, Heike E.

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LNSLNS M ehrere Millionen Rechner weltweit waren in kürzester Zeit von einem als Liebesbrief (,,I love you“) getarnten bösartigen „Wurm“ befallen. Dabei handelte es sich um einen per E-Mail verbreiteten Schädling, der durch massenhafte Selbstversendung aus dem Programm MS-Outlook nicht nur Mail-Server auf der ganzen Welt lahmlegte, sondern auch in die Windows-Betriebssysteme lokaler Rechner eingriff und dort Systemdateien umbenannte und Bild- und Musikdateien löschte. Verschont blieben einzig Computer, die nicht unter Windows oder mit anderen Microsoft-Programmen liefen – also offene Systeme unter Unix oder Linux, Computer mit alternativen E-Mail-Programmen wie Netscape sowie Apple Macintosh-Rechner.
Vor allem Microsoft geriet daher in die Kritik: Der Konzern habe durch seine marktbeherrschende Stellung eine digitale Monokultur erzeugt, die wesentlich anfälliger für die Verbreitung von Viren und anderen Schädlingen sei als eine Mischkultur. Sicherheitsabwägungen würde das Unternehmen zugunsten des Nutzerkomforts – gemeint ist die zunehmende automatisierte Verknüpfung von Programmfunktionen und Benutzeroberfläche – vernachlässigen. Dennoch: Die größte Schwachstelle ist nach wie vor der Nutzer, der den Anhang einer Mail unbedacht und aus Neugier öffnet. Zitat einer Sicherheitsexpertin: „. . . das ist, als ob man ein Bonbon von einer dreckigen Straße aufhebt und sich ohne nachzudenken in den Mund schiebt.“ Sicherheit im Internet kann nicht von einem einzigen Unternehmen erwartet werden. Aufklärung ist die vordringliche Aufgabe. KBr
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