SPEKTRUM: Leserbriefe

EBM: Fehlverteilung

Herz, Wolfgang

Zu unserer Berichterstattung über den EBM haben wir eine Fülle von Zuschriften bekommen. Hier: eine charakteristische Auswahl
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Seit über 16 Jahren bin ich nun kassenärztlich tätig, seit vier Jahren in der ärztlichen Selbstverwaltung aktiv. Noch nie gab es soviel Unruhe bei der niedergelassenen Ärzteschaft wie im Moment. Jeder meint, in der Zukunft verdiene er nichts mehr. Nicht nur die einzelnen Fachgruppen fühlen sich jeweils unterbezahlt, auch innerhalb der gleichen Fachgruppe werden deutlich unterschiedliche Einkommen vermutet.
Schuld an dieser Problematik ist aber nicht allein die Geldmenge, die zur Verteilung zur Verfügung steht, denn diese Geldmenge ist ja bekannt, und mit der entsprechenden Deckelung leben wir seit Jahren. Es erscheint in der momentanen Situation auch völlig unrealistisch zu glauben, diese Geldmenge könne gesteigert werden. Schuld ist vielmehr, daß es infolge eines völlig neuen EBM zu massiven Fehlverteilungen dieser Geldmenge kommt. Diese Fehlverteilung betrifft nicht nur das Problem, daß einzelne Arztgruppen gegenüber anderen im Vorteil sind, nein, auch innerhalb ein und derselben Arztgruppe hat sich eine massive Fehlverteilung ergeben. Dies liegt daran, daß die einzelnen Gebührenziffern (insbesondere die der sprechenden Medizin) sehr unterschiedlich "interpretiert" werden, und auch daran, daß die sprechende Medizin fast ausschließlich für die hausärztlich tätigen Kollegen reserviert ist. Ganz besonders bedauerlich ist, daß der Kollege, egal aus welcher Fachgruppe, der sich nicht am "Punktehamstern" beteiligt hat, sich nunmehr ganz am Ende der Einkommensskala wiederfindet . . .
Wir benötigen wieder einen EBM, bei dem die Einzelleistungsvergütung im Vordergrund steht. Jede Fachgruppe, auch die Hausärzte, sollte nur für ihr Gebiet typische Leistungen abrechnen können, die mit betriebswirtschaftlich solide errechneten Punktzahlen zu bewerten sind. Die für den individuellen Krankheitsfall notwendigen diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen müssen in Zukunft wieder unser Handeln bestimmen und nicht die Frage, wie nutze ich den EBM am besten aus . . .
Dr. med. Wolfgang Herz, Am Grün 27, 76437 Rastatt
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote