ArchivDeutsches Ärzteblatt24/2000Chirurgen sind nun mal so

VARIA: Post scriptum

Chirurgen sind nun mal so

Dtsch Arztebl 2000; 97(24): [60]

Pfleger, Helmut

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LNSLNS Eine Gastwirtschaft lebt von ihren Stammgästen, dito das Deutsche Ärzteturnier. Die meisten kehren immer wieder an den Ort ihres Bangens und Fluchens, aber auch der kribbeligen Erregung und Freude zurück. Wo sonst kann man die offenen und verborgenen Neigungen so ausleben?! Es hat etwas von einem großen Familientreffen mit Wettkampfcharakter.
Ein Mann der ersten Stunde – und fast immer der ersten Plätze – ist der Bamberger Neurologie-Professor Dr. Peter Krauseneck.
In der dritten Runde traf er auf Dr. Wolfgang Weise. Dieser hat sich unvorsichtigerweise schon vor Jahren bereit erklärt, mein Nachfolger als Verbandsarzt des Deutschen Schachbunds zu werden. Nun soll Schach olympischer Sport werden, was auch für diese Sitzsportler Dopingkontrollen et cetera und für Wolfgang Arbeit bedeutet. Aber er wollte es ja nicht anders. Im Übrigen ist er Chirurg. Eine Spezies, die auch am Schachbrett durch ihre handfeste, zupackende Art bekannt ist. Ich denke stellvertretend nur an den Recklinghäu-
ser Unfallchirurgen Dr. Modjtaba Abtahi mit seinem japanischen Schlachtruf der frühen Jahre „Knicki-knacki-nah-bei-sacki“, und schon hatte Modjtaba irgendein Trumm geopfert, um den gegnerischen König möglichst schnell und schmerzhaft vom Leben zum Matt zu befördern. Solcher Art sind also Chirurgen, immer und überall.
Tja, und das war die Stellung zwischen unseren beiden Haudegen, völlig verschachtelt, wobei köstlicherweise alle schwarzen Figuren auf schwarzen Feldern stehen. Schwer weiterzukommen, schwer aufzubrechen. Doch hier sollte ein Krausenecksches Bonmot auf ihn selbst zurückfallen: „Der Sinn von Opfern ist, dass man nachher mehr hat.“ Sehen Sie, wie Dr. Weise als Schwarzer am Zug mit einer herrlichen, tief berechneten Opferkombination die Worte seines Gegners wahr machte?

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