ArchivDeutsches Ärzteblatt25/2000Überstunden: Karrieredenken stand früher nicht vornan

SPEKTRUM: Leserbriefe

Überstunden: Karrieredenken stand früher nicht vornan

Dtsch Arztebl 2000; 97(25): A-1714 / B-1450 / C-1350

Maurer, H.-J.

Zu dem Beitrag „Krankenhaus: Überstunden zum Wohle der Karriere!“ von Jens Flintrop in Heft 11/2000 und den Leserbriefen dazu in Heft 16/2000:
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LNSLNS Was versteht man unter „Laufbahn“? Ist damit eine akademische Karriere, eine Chefarzt-„Laufbahn“ oder eine Niederlassung in eigener Praxis gemeint?
Während meiner Aus- und Weiterbildung als Wissenschaftlicher (Ober-)Assistent, als Ober- und Chefarzt standen immer die Patienten und keineswegs die Karriere im Vordergrund, auch bei abweichenden Ansichten von Chef und Oberarzt stand keineswegs Karrieredenken als „Innere Selbstzensur“ der Meinungsäußerung entgegen!
Meine Generation war allerdings lange Jahre nicht gewerkschaftlich (Marburger Bund, ÖTV) organisiert, sondern fühlte sich in einem Freien Beruf, wenn auch zeitlich begrenzt, in abhängiger Stellung.
Da der Tarifvertrag nur die Krankenversorgung enthält, nicht einmal das Recht auf Facharztweiterbildung, liegt jede wissenschaftliche, gutachterliche Tätigkeit außerhalb der vorgegebenen Dienstzeit beziehungsweise wird erst dann möglich, wenn die ärztlichen Pflichten voll erfüllt sind.
Wir, zumindest ich selbst, haben sehr viel von den „Oberen“ lernen können, und ich bin ihnen noch heute dankbar dafür.
Prof. Dr. med. H.-J. Maurer, Obere Flurstraße 11, 88131 Bodolz-Enzisweiler
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