ArchivDeutsches Ärzteblatt25/2000Vergangenheit – Vorschlag: Beteiligen

SPEKTRUM: Leserbriefe

Vergangenheit – Vorschlag: Beteiligen

Dtsch Arztebl 2000; 97(25): A-1718 / B-1454 / C-1354

Bonmann, K.-H.

Zu den Leserbriefen in Heft 11, 16 und 20/2000, die sich auf den Beitrag „Deutsch-israelischer Dialog” von Gisela Klinkhammer in Heft 5/2000 bezogen:
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LNSLNS In den vergangenen Wochen war in den Medien das Ringen um eine angemessene Entschädigung der Zwangsarbeiter des nationalsozialistischen Unrechtsregimes zu verfolgen. Hierbei wurde von der Bundesregierung als Rechtsnachfolgerin dieses Regimes und der Deutschen Wirtschaft ein Gesamtbetrag von zehn Milliarden DM zugesagt, der jeweils zur Hälfte aufgebracht werden soll. Wie weiterhin zu erfahren ist, scheint die deutsche Wirtschaft erhebliche Schwierigkeiten zu haben, den zugesagten Betrag aufzubringen. In diesen Tagen können wir in ganzseitigen Anzeigen den Dank der Gründungsmitglieder an die bisher teilnehmenden 2 215 Unternehmen für die zugesagte Unterstützung lesen.
Auch wir Ärzte sollten uns überlegen, ob wir nicht in einem freiwilligen Akt an dieser Initiative teilnehmen sollten. Die Initiative steht unter dem Motto „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ und deckt meiner Meinung nach nicht nur den Bereich der Zwangsarbeiter ab.
Sicherlich ist keiner der aktiv tätigen Ärzte mehr mit den unvorstellbar grausamen Taten mancher Ärzte im Dritten Reich mehr verbunden. Dennoch können wir auf diesem Wege unsere Verantwortung für einen Teil unserer Berufsgruppe in dieser Zeit übernehmen. Ein Teil der verübten Grausamkeiten wurde bereits in ausführlichen Arbeiten dokumentiert (zum Beispiel Alexander Mitscherlich: Medizin ohne Menschlichkeit). Dennoch werden wir auch heute noch – wie in dem Tun des angesehenen Direktors der Jenaer Kinderklinik Prof. Ibrahim
– mit bislang unbekannten Fakten konfrontiert. Hieraus sollten wir Ärzte auch heute noch unsere Verantwortung ableiten und der Stiftungsinitiative freiwillig beitreten. Entsprechend der Satzung sollte die Bereitschaft, ein Promille unseres Umsatzes an die Stiftungsinitiative der deutschen Wirtschaft, c/o Haus der Deutschen Wirtschaft, Breite Straße 29 in 10493 Berlin, oder unter http://www.stiftungsinitiative.de angefordert werden.
Dr. med. K.-H. Bonmann, Echternstraße 125, 32657 Lemgo
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