ArchivDeutsches Ärzteblatt25/2000Therapieformen: Keine „faulen Ausreden“ akzeptieren

SPEKTRUM: Leserbriefe

Therapieformen: Keine „faulen Ausreden“ akzeptieren

Dtsch Arztebl 2000; 97(25): A-1719 / B-1529 / C-1292

Resch, Karl-Ludwig

Zu dem Beitrag „Künstlerische Therapien: Wege zur psychosozialen Gesundheit“ von Prof. Dr. med. Peter Petersen in Heft 14/2000:
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LNSLNS Gleich vorneweg: Aus meiner eigenen ärztlichen Erfahrung heraus stehe ich den angesprochenen Verfahren durchaus positiv gegenüber. Es kann aber grundsätzlich nicht angehen, dass ein Anbieter von Gesundheitsleistungen sich an der wissenschaftlichen Überprüfung vorbeizumogeln versucht. Das Statement des Untertitels („Anders als die naturwissenschaftliche Medizin entziehen sich die Künstlerischen Therapien den geltenden Standards wissenschaftlicher Überprüfbarkeit“) ist einfach falsch . . .
Sicher, es ist nicht immer möglich, ein Messgerät einzusetzen, auf dessen Skala der Erfolg der therapeutischen Bemühungen direkt ablesbar wäre. Aber: Wann immer ein für einen Patienten relevan-
tes Problem vorliegt, lässt sich die therapeutisch induzierte Veränderung quantifizieren. Durch eine adäquate Methodik (randomisierte Untersuchung zum Beispiel mit etwaigen Alternativen) kann dabei sichergestellt werden, dass zwischen Intervention und Effekt eine ursächliche (kausale) Beziehung besteht. Deshalb dürfen im Interesse der Patienten derartige „faule Ausreden“ nicht akzeptiert werden, da diese Argumentation allen Scharlatanerieen Tür und Tor öffnet, die sich dahinter zum Schaden der Patienten bequem verstecken können . . .
Prof. Dr. med. Karl-Ludwig Resch, Forschungsinstitut für Balneologie und Kurortwissenschaft Bad Elster, Lindenstraße 5, 08645 Bad Elster
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