ArchivDeutsches Ärzteblatt25/2000Weltärztebund kritisiert Verurteilung von türkischem Arzt

SPEKTRUM: Nachrichten - Ausland

Weltärztebund kritisiert Verurteilung von türkischem Arzt

Dtsch Arztebl 2000; 97(25): A-1722 / B-1532 / C-1292

Korzilius, Heike

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LNSLNS GENF. Der Weltärztebund hat das Urteil eines türkischen Gerichts gegen den Orthopäden und Traumatologen Prof. Dr. Veli Lök kritisiert. Lök, der im Auftrag der Türkischen Menschenrechtsstiftung Folteropfer behandelt, ist es gerichtlich verboten worden, die türkischen Behörden öffentlich mit Folter in Zusammenhang zu bringen. Das Verbot gilt für fünf Jahre. Lök war wegen Verstoßes gegen das Pressegesetz angeklagt worden. Er hatte öffentlich die Misshandlung und Inhaftierung von Menschenrechtlern kritisiert, darunter die des Arztes Dr. Alp Ayan.
Der Generalsekretär des Weltärztebundes, Dr. Delon Human, sagte, er sei entsetzt über das Urteil. Es verletze das Grundrecht auf Redefreiheit. Ärzte in der Türkei würden unter Druck gesetzt, nur weil sie Opfer von Folter behandelten. „Hier geht es um das fundamentale Recht der Ärzte, ihre Patienten ohne Ansehen ihrer politischen Überzeugung zu behandeln.“ Die Verurteilung Löks verstärke den Druck auf Ärzte in der Türkei, die sich für den Schutz der Menschenrechte ihrer Patienten einsetzten, sagte Human. HK

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