ArchivDeutsches Ärzteblatt25/2000Fremdkörperingestionen im Kindesalter: Weitere Verfahren zur Münzentfernung

MEDIZIN: Diskussion

Fremdkörperingestionen im Kindesalter: Weitere Verfahren zur Münzentfernung

Dtsch Arztebl 2000; 97(25): A-1761 / B-1511 / C-1403

Zu dem Beitrag von Dr. med. Ulf Winkler Prof. Dr. med. Jobst Henker Prof. Dr. med. Edgar Rupprecht in Heft 6/2000
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Der Beitrag von Winkler et al. über Fremdkörperingestionen bietet reichlich Anlass zur Diskussion. Neben der endoskopischen Entfernung von ösophagealen Münzen gibt es eine Reihe anderer publizierter Verfahren: Das Vorschieben des Fremdkörpers mittels eines Bougies (1) und die Extraktion durch Blasenkatheter (2). Bei Letzterem wird dem Patienten in Kopftieflage vom Mund aus ein Blasenkatheter bis distal unterhalb der Münze geschoben, der Ballon mit Kontrastmittel gefüllt und die Münze unter Bildwandlerkontrolle in den Pharynx gezogen. Diese Methode eignet sich zum initialen Versuch der Bergung von stumpfen, röntgendichten Fremdkörpern, bei denen die Ingestion nicht länger als 24 Stunden zurückliegt. Innerhalb dieses Zeitintervalls ist laut einer Studie mit 50 Kindern eine wesentliche Mukosaverletzung unwahrscheinlich (3). Schließlich sollte nach einer Fremdkörperextraktion die gezielte Aufklärung der Eltern erfolgen: Lose Münzen gehören in die Spardose und nicht in den Mund eines Kleinkindes!

Literatur
1. Soprano JV, Mandl KD: Four strategies for the management of esophageal coins in children. Pediatrics 2000; 105: e5.
2. Morrow SE et al.: Balloon extraction of esophageal foreign bodies in children. J Pediatr Surg 1998; 33: 266–270.
3. Bonadio WA et al.: Esophageal mucosal changes in children with an acutely ingested coin lodged in the esophagus. Pediatr Emerg Care 1994; 10: 333–334.
Dr. med. Oliver J. Muensterer
Kirchstraße 15
85748 Garching
E-Mail: aomuenst@aol.com

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema