ArchivDeutsches Ärzteblatt25/2000Erläuterungen zur Verordnung häuslicher Krankenpflege (Muster 12)

BEKANNTGABEN DER HERAUSGEBER: Kassenärztliche Bundesvereinigung

Erläuterungen zur Verordnung häuslicher Krankenpflege (Muster 12)

Dtsch Arztebl 2000; 97(25): A-1775 / B-1503 / C-1399

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Köln/Bonn/Essen/Bergisch Gladbach/Kassel/
Hamburg/Bochum, den 9. 6. 2000



Die Richtlinien des Bundes­aus­schusses der Ärzte und Krankenkassen über die Verordnung der häuslichen Krankenpflege einschließlich des Verzeichnisses der verordnungsfähigen Maßnahmen (Anlage der Richtlinien) sind bei der Verwendung des Vordruckmusters 12 zu beachten.
Insbesondere wird auf folgende Punkte hingewiesen:
1. Die Verordnung häuslicher Krankenpflege ist nur zulässig, wenn der Versicherte wegen einer Krankheit der ärztlichen Behandlung bedarf und die häusliche Krankenpflege Bestandteil des ärztlichen Behandlungsplans ist.
In der Verordnung ist anzugeben, ob häusliche Krankenpflege zur Vermeidung der
– Krankenhausbehandlung (Krankenhausvermeidungspflege) oder
– zur Sicherung der ambulanten ärztlichen Behandlung (Sicherungspflege) erfolgt.
Im Rahmen der häuslichen Krankenpflege können Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung nur im Zusammenhang mit der Behandlungspflege verordnet werden; dies setzt bei der Sicherungspflege ferner voraus, dass die Satzung der Krankenkasse diese Leistungen vorsieht und der Versicherte keine Leistungen der Pflegeversicherung bezieht.

2. Voraussetzung für die Verordnung häuslicher Krankenpflege ist, dass sich der Vertragsarzt von dem Zustand des Kranken und der Notwendigkeit häuslicher Krankenpflege persönlich überzeugt hat oder dass ihm beides aus der laufenden Behandlung bekannt ist.

3. Die Verordnung häuslicher Krankenpflege hat zu unterbleiben, wenn dem Vertragsarzt bekannt ist, dass der Versicherte oder eine im Haushalt des Versicherten lebende Person die erforderliche(n) Maßnahme(n) durchführen kann. Ist dies nur für Teilbereiche möglich, so hat die Verordnung für diese Teilbereiche zu unterbleiben.
Kann der Vertragsarzt nicht eindeutig beurteilen, ob eine im Haushalt des Versicherten lebende Person die erforderliche(n) Maßnahme(n) oder Teilbereiche erbringen kann, so hat er das entsprechende Kästchen rechts neben dem Personalienfeld anzukreuzen.

4. Insbesondere bei der Erstversorgung soll ein Zeitraum von 14 Tagen nicht überschritten werden. Ist eine längere Verordnungsdauer erforderlich, ist sie vom Vertragsarzt zu begründen (Kästchen unterhalb des Personalienfeldes) und kann eine Folgeverordnung ausgestellt werden. Folgeverordnungen sind innerhalb der letzten drei Werktage vor Ablauf des verordneten Zeitraums auszustellen.
Rückwirkende Verordnungen sind grundsätzlich nicht zulässig; Ausnahmefälle sind besonders zu begründen.
Der Anspruch des Versicherten auf Krankenhausvermeidungspflege ist auf vier Wochen begrenzt. Eine Verordnung über diesen Zeitraum ist nur in begründeten Ausnahmefällen zulässig und kann von der Krankenkasse nur nach entsprechender Feststellung durch den Medizinischen Dienst genehmigt werden.

5. Der Arzt hat auf dem Verordnungsvordruck insbesondere
– die verordnungsrelevante(n) Diagnose(n) als medizinische Begründung für die häusliche Krankenpflege,
– die zu erbringenden Leistungen sowie
– deren Beginn, Häufigkeit und Dauer
anzugeben.
Es sind nur Maßnahmen verordnungsfähig, die in dem in der Anlage der Richtlinie angeführten Leistungsverzeichnis aufgeführt sind. Dabei sind die in dem Verzeichnis enthaltenen Hinweise (Bemerkungsspalte) zur Verordnungsfähigkeit zu beachten und gegebenenfalls Besonderheiten (zum Beispiel Beeinträchtigung der Sehfähigkeit) in der Verordnung anzugeben. Soweit darüber hinaus derzeit spezifische Leistungen der häuslichen Krankenpflege für psychisch Kranke zwischen den Krankenkassen und den Pflegediensten vertraglich vereinbart sind, sind diese spezifischen Leistungen ebenfalls verordnungsfähig.
In dem Verzeichnis sind zu einigen behandlungspflegerischen Leistungen Aussagen zur Dauer der Verordnung und zur Häufigkeit der Verrichtungen angegeben; weicht der Vertragsarzt von diesen Empfehlungen ab, hat er dies in der Verordnung zu begründen.
Änderungen und Ergänzungen der Verordnung bedürfen der erneuten Unterschrift des Arztes mit Stempel und Datumsangabe.

6. Die vom Versicherten durch Vorlage der vertragsärztlichen Verordnung beantragten Leistungen (Rückseite Muster 12 a) bedürfen der Genehmigung durch die Krankenkasse (Rückseite Muster 12 b, c). Bis zu ihrer Entscheidung über die Genehmigung übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die vom Vertragsarzt verordneten und vom Pflegedienst erbrachten Leistungen, wenn die Verordnung spätestens am zweiten der Ausstellung folgenden Arbeitstag der Krankenkasse vorgelegt wird. Das Nähere regeln die Partner der Rahmenempfehlungen nach § 132 a Abs. 1 SGB V.
Werden verordnete Maßnahmen nicht oder nicht in vollem Umfang genehmigt, hat die Krankenkasse den Vertragsarzt über die Gründe zu informieren.
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema