ArchivDeutsches Ärzteblatt26/2000Arzneimittel: Vorschlag

SPEKTRUM: Leserbriefe

Arzneimittel: Vorschlag

Dtsch Arztebl 2000; 97(26): A-1786 / B-1516 / C-1344

Tamm, Dietrich

Zu den Meldungen über unerwünschte Arzneimittelwirkungen an die Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft:
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LNSLNS Die Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft beklagt die zu geringe Zahl von Meldungen unerwünschter Arzneimittelwirkungen durch die Ärzteschaft. Ein Leserbriefschreiber fordert ein Honorar für Meldungen, um diese zu erhöhen. Ich glaube, dass das nicht notwendig sein darf.
Allerdings fragt man sich gelegentlich nach dem Nutzen solcher Meldungen, nachdem es der Firma Knoll vor Jahren gelang, wegen der darin enthaltenen Warnung vor Cordichin das teilweise Einstampfen einer Ausgabe des Ärztesblatts zu erreichen. Manche Warnungen erscheinen vielleicht deshalb zu vorsichtig formuliert. Außerdem ist das von der Arznei­mittel­kommission herausgegebene Buch über unerwünschte Arzneimittelwirkungen unerfreulich teuer.
Vorschlag: Unter den Einsendern unerwünschter Arzneimittelwirkungen könnten Exemplare dieses Buches oder auch der „Arzneiverordnungen“ verlost werden. Damit wäre sogar ein Anreiz im gewünschten Sinne geschaffen, der direkten Bezug zu den Meldungen hat. Und: Es ist dringend erforderlich, dass die Arznei­mittel­kommission Warnungen vor Medikamenten ohne Einschränkungen und in aller Deutlichkeit veröffentlichen darf (auch der Inhalt von Rote-Hand-Briefen sollte grundsätzlich veröffentlicht werden). Gegebenenfalls ist hier sogar der Gesetzgeber gefordert, um die Sicherheit der Patienten zu wahren.
Dr. med. Dietrich Tamm, Sebastian-Bach-Straße 39, 56075 Koblenz
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